CONSERVARE

… Salz der Erde

Ist die Religion eine Frage des Geschmacks?

Posted by conservare - 18/09/2009

Tony Blair erklärte am 7. September 2009 in London in einem Vortrag bei der Königlichen Gesellschaft der Künste: Es sei nicht genug, Anhänger anderer Glaubensweisen zu tolerieren, vielmehr sollten sich Muslime, Christen, Juden und andere Gläubige als Gleiche behandeln

Weiter sagte er nach Angaben der Zeitung „Times“: Eine gleichberechtigte Anerkennung der unterschiedlichen Religionen sei aber entscheidend für Frieden, Verständigung und Zusammenarbeit.

Kath.net berichtete

Letzteres mag auf objektiv politischer Ebene durchaus der Fall sein. Natürlich brauchen wir die Religionsfreiheit, denn auch Gott hat nach christlichem Verständnis jedem Menschen die Freiheit gegeben, sich für oder gegen ihn zu entscheiden. Menschen, die andere zu einem bestimmten Glaubensbekenntnis zwingen, handeln wider Gottes Einrichtung des freien Willens. Christen, die aber aus falschen Toleranzbegriffen andere Menschen nicht mehr über das Evangelium aufklären, handeln gegen Gottes Auftrag, die frohe Botschaft überall zu verbreiten.

Setzen wir diese Aussagen von Tony Blair, vornehmlich die erstere, auf den subjektiven Nenner, so gehen wir dem Synkretismus entgegen.

Die Folge daraus, dass sich Christen, Juden und andere Gläubige gegenseitig als „Gleiche“ behandeln, wäre ein Ausverkauf – gar ein Verrat – der eigenen Religion. Ein Opfer der Wahrheit und Identität an den Relativismus. Wenn wir nämlich alle „die Gleichen“ sind und uns so auch benehmen würden, so könnten zumindest die Christen ihrem Auftrag durch Jesus Christus, alle Menschen zu Jünger zu machen, nicht mehr gerecht werden. Dieser Auftrag ist aber gerade sehr wichtig für uns Christen! Schließlich müsste man ansonsten ja anerkennen, dass wir alle sowieso gleich sind und deswegen auch niemanden mehr von der Wahrheit überzeugen brauchen, weder Muslimen, noch Heiden, noch Atheisten.

Der natürliche „spirituelle Wettbewerb“ zwischen den Religionen geht somit auch verloren. Ich vergleiche die Ansicht von Tony Blair mit der Forderung an zwei verschiedene Warenhäuser, nur mehr beide das Gleiche zu den gleichen Preisen zu verkaufen. Bei wem die Kunden dann einkaufen, wird nicht mehr vom Angebot beeinflusst, sondern ist allein von der Sympathie zum jeweiligen Personal abhängig. Nach dem Motto: Sie können hingehen wo sie wollen – Moslems, Christen, Juden, Hinduisten, Buddhisten, Satanisten – alles das Gleiche.

Dies würde für die Religion allgemein bedeuten, dass sie zu einer reinen Geschmacksfrage deklariert wird, die nicht Identität stiftet, sondern lediglich als Accessoir zur egoistischen Identität beiträgt. Die Menschen, die durch so ein verzerrtes „Weltfrieden durch Weltreligion“-Bild beeinflusst werden, haben es schwer aus dem Glauben zu leben und könnten ihn nur mehr als schmückendes Beiwerk begreifen.

Fraglich, ob aus so einer Vision wahrer Weltfrieden entsteht, wie es sich Tony Blair offensichtlich vorstellt. Zumal anhaltender Frieden nicht allein an Religionskriegen scheitert, denn mehr noch an verschiedene lebensfeindliche Ideologien aus den entgleisten Naturwissenschaften und den Philosophien des 19. Jahrhunderts, die immer noch in so manch reaktionären Köpfen umherspuken.

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