CONSERVARE

… Salz der Erde

P. Johannes Baptista Reus SJ – Teil 1

Posted by conservare - 20/10/2009

O Padre Reus

Padre Johannes Baptista Reus, S.J.

(*10.07.1868 – + 21.07.1947)

gestorben in Sao Leopoldo im Rufe der Heiligkeit.

Er wurde am 10.07.1868 in Pottenstein (Oberfranken) geboren. In der Erzdiözese Bamberg war er nach seiner Priesterweihe (30.07.1893) ein Jahr als Kaplan in Neuhaus/Pegnitz tätig. Dann trat er in den Jesuitenorden ein. Sein Wunsch war, in die Mission zu gehen. Nach Abschluss seiner Studien wurde er im Jahre 1900 nach Brasilien gesandt, wo er einige Jahre in den Städten Rio Grande und Sao Leopoldo in der Seelsorge wirkte, bis er seine Hauptaufgabe in der Ausbildung von Priestern und Ordensleuten fand. Padre Reus erlebte dabei keinen besonderen Erfolg und erwarb sich keine außergewöhnlichen Sympathien. Er lebte bescheiden und starb, ohne Aufsehen zu erregen, am 21.07.1947.

Schlagartig mit seinem Tod setzt eine gewaltige Verehrung von Padre Reus ein. Der Zustrom zu seinem Grab kennt kaum einen Vergleich. Man kann sich das nur erklären, wenn man hinter der äußeren Zurückgezogenheit seines bescheidenen Lebens seine innere Größe und Heiligkeit entdeckt.

Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen erfahren wir, dass sich Padre Reus von Gott außerordentlich geliebt und begnadigt wußte (durch Visionen, mystische Erlebnisse). Innigst vertraut mit Gott bemühte er sich seinerseits mit rührendstem Eifer um Gehorsam und Treue im Kleinen, um dem Wunsche Gottes zu entsprechen: heilig zu sein, ganz Gott zu gehören.

Wenn Pater Reus von Gott zu besonderer Heiligkeit ausersehen war, dann will uns Gott durch sein Leben auf etwas aufmerksam machen. In den Heiligen kommt die Liebe Gottes zu den Menschen klarer zum Durchbruch. Sie machen die Liebe Gottes zu den Menschen sichtbar und leben uns vor, wie wir Gott lieben sollen. Im Leben eines Heiligen betont Gott auch gerne eine besondere Glaubenswahrheit, die im Bewusstsein der Kirche nicht genügend lebendig ist und gibt damit Antwort auf eine Not der Zeit. In der Glaubensunsicherheit unserer Tage rückt die Glaubenserfahrung von Pater Reus vor allem zwei Wahrheiten ins Licht: Die Berufung zur Heiligkeit und die Würde des Priesterberufes.

Im II. Vatikanischen Konzil haben unsere Bischöfe an die Berufung aller Gläubigen zur Heiligkeit neu und eindringlich erinnert. Padre Reus hat vorgelebt, wie man auch in einem völlig glanz- und erfolgslosen Leben heilig ist, das heißt für Gott lebt und den Menschen durch Freundlichkeit und Güte die Liebe Gottes bezeugt.

Dass Padre Reus als Priester in Brasilien wirkte, einem Land mit einem katastrophalen Priestermangel, dürfte auch als Hinweis auf seine Aufgabe für die Kirche von heute verstanden werden. Im Leben des Pater gibt Gott eine Antwort auf die tiefste Not in der Frage des Priesterberufes, die nicht darin besteht, dass es erschreckend wenig Priester gibt, sondern viel mehr, dass der Sinn des geistlichen Berufes überhaupt in Frage gestellt wird.

Der Priester handelt in der Person Christi, wie das Konzil sagt (Konstitution über die Kirche), und stellt durch sein Leben und Wirken Christus dar. Dies hat Pater Reus als Wirklichkeit erfahren. Und jetzt nach seinem Tod scheint der Pater – wie aus bald 100 000 Gebetserhörungen hervorgeht – die Frage nach dem priesterlichen Wirken in dieser Welt dadurch zu beantworten, dass durch seine Fürsprache viele Menschen die Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit Gottes erfahren und so einen besseren Zugang zu Gott finden.

Die beispielhafte Bedeutung des heiligmäßigen Lebens des Dieners Gottes Johannes Baptist Reus wird in Brasilien (und Teilen der Schweiz) schon viel mehr anerkannt als in Deutschland.

Die ersten Phasen des sonst so langwierigen Seligsprechungsprozesses wurden auffallend rasch abgewickelt; trotzdem lässt sich der weitere Verlauf noch nicht überblicken. Es lag sicher nicht im Sinn von P. Reus, seine Heiligsprechung zu erreichen. Das kann auch nicht das erste Anliegen seiner Verehrung sein. Eine Verehrung erweist sich vielmehr dadurch als echt, dass sie aufgreift, was er beispielhaft vorleben sollte: priesterlich leben für Gott.

Gebet:

Heiliger Gott, in der Taufe gibst Du uns Anteil
an Deinem Leben und berufst uns, Dir zu gehören.
Dein Diener Johannes hat ganz Deiner Liebe
und Ehre gelebt.
Erweise Dich nun herrlich in seinem Wirken
und schenke ihm Deine Herrlichkeit.
Uns aber gib die Gnade,
ihn nachzuahmen im vertrauten Umgang mit Dir
und im eifrigen Werke für Priester- und Ordensberufe.
Durch Christus unseren Herrn. Amen.

Aus einem alten Gebetszettel des Päpstlichen Werk für geistliche Berufe in der Erzdiözese Bamberg

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