CONSERVARE

… Salz der Erde

Acta est fabula, plaudite!

Posted by conservare - 25/11/2009

Der November ist bekanntlich der Monat der Toten und des Todes. Da wird besonders viel für die Armen Seelen gebetet und es wird besonders viel gestorben (statistisch ist der November also auch ein Toten-Monat schlechthin). Für mich eine gute Gelegenheit noch einmal zum nahenden Abschluss dieses Monats ein interessantes Sterbe-Thema anzuschneiden. Vielleicht bin ich da auch etwas spät dran, da wir jetzt schon quasi in die Neujahrsfreude eingehen (das neue Kirchenjahr hat begonnen!), aber ein Nachruf schadet sicher nicht.

Mein Thema also lautet heute: Die letzten Worte.

Man kann sich darüber denken und zusammenreimen, was man möchte, aber die letzten Worte eines Menschen, der im Sterben liegt, sind sicher nicht immer nur sinnloses Gebrabbel bedingt durch das letzte Aufbäumen aller Sinne des Sterbenden. Nein, ich halte es sogar für wichtig die letzten Worte zu dokumentieren um sie der Nachwelt zu übermitteln. Da bin ich offenbar nicht die Einzige, denn ich fand im Internet schon die eine oder andere stattliche Sammlung der letzten Worte bekannter Personen. Die aus meiner Sicht interessantesten möchte ich euch nicht vorenthalten:

Der heilige Thomas Becket:
„Ich bin bereit für meinen Gott zu sterben, damit durch mein Blut die Kirche Freiheit und Frieden erlangen möge.“

Joseph Addison, englischer Schriftsteller und Politiker:
„See in what peace a Christian can die.“
(„Sieh mit welcher Ruhe ein Christ sterben kann.“) [zu seinem Stiefsohn Thomas Tickell, dem späteren Lord Warwick]

Leonardo da Vinci:
„Ich habe Gott und die Menschheit beleidigt, denn meine Arbeit erreichte nicht die Qualität, die sie hätte haben sollen.“

Konrad Adenauer:
„Do jit et nix ze kriische.“
(„Da gibt es nichts zu weinen.“)

Alexander VI. Papst:
„Va bene, va bene, arrivo. Aspettate un momento.“
(„Ja, ja, ich komme. Einen Moment noch.“)

Der heilige Thomas Morus:
„Vorsicht mit meinem Bart! Der hat keinen Verrat begangen.“ – Bitte an den Henker, beim Enthaupten seinen Bart nicht zu durchtrennen.

John Barrymore, US-amerikanischer Schauspieler:
„Die? I should say not, dear fellow. No Barrymore would allow such a conventional thing to happen to him.“
(„Sterben? Das würde ich nicht annehmen, mein Lieber. Kein Barrymore würde es zulassen, in so eine konventionelle Angelegenheit verwickelt zu werden.“)

Der heilige Stephanus, erster christlicher Märtyrer:
„Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“

Leonard Bernstein, US-amerikanischer Komponist und Dirigent:
„What’s this?“
(„Was ist das?“)

Die heilige Thérèse von Lisieux:
„Oh… Ich liebe Ihn!… Mein Gott, ich … liebe … Dich!“

Billy the Kid:
„Quién es? Quién es?“
(„Wer ist da? Wer ist da?“)

Der heilige Bonifatius:
Zu Beginn der Eucharistiefeier in Dokkum (im heutigen Nordholland), wurde er am 5. Juni 754 von mehreren Heiden angegriffen. Mit ruhigem Blick trat er ihnen entgegen, „verbat den Seinen zu kämpfen und sagte: ‚Meine Kinder, hört mit den Kämpfen auf! Gebt den Krieg auf, denn das Zeugnis der Schrift ermahnt uns, Schlechtes nicht mit Schlechten, sondern Schlechtes mit Gutem zu vergelten. Siehe da, der lang ersehnte Tag, siehe, die Zeit unseres Endes ist gekommen! Mut im Herrn!'“

Anne Boleyn:
„Jesu receive my soul; O Lord God, have pity on my soul. To Christ I commend my soul.“
(„Jesus empfange meine Seele. O Herrgott, hab Erbarmen mit meiner Seele. Jesus empfehle ich meine Seele.“)

Der heilige Martin von Tours:
„Mein Herr, es ist ein harter Kampf, den wir in Deinem Dienste in diesem Dasein führen. Nun aber habe ich genug gestritten. Wenn Du aber gebietest, weiterhin für Deine Sache im Felde zu stehen, so soll die nachlassende Kraft des Alters kein Hindernis sein. Ich werde die Mission, die Du mir anvertraust, getreu erfüllen. Solange Du befiehlst, werde ich streiten. Und so willkommen dem Veteranen nach erfüllter Dienstzeit die Entlassung ist, so bleibt mein Geist doch Sieger über die Jahre, unnachgiebig gegenüber dem Alter.“

Casanova, italienischer Abenteurer:
„Gran Dio e testimoni tutti della mia morte: son vissuto filosofo e muoio cristiano.“
(„Großer Gott und Zeugen meines Todes: Ich habe als Philosoph gelebt und sterbe als Christ.“)

Die heilige Bernadette:
„Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für mich arme Sünderin!“

Charlie Chaplin:
„Why not? After all, it belongs to him.“
(„Warum nicht? Schließlich gehört sie ihm.“) [als ein Priester sagte: Gott sei deiner Seele gnädig]

Die selige Miriam von Abellin:
„O ja, Barmherzigkeit!“

Winston Churchill:
„I’m so bored with it all.“
(„Ich habe alles so satt.“)

Die heilige Caterina von Siena:
„Herr, du rufst mich … hab Erbarmen mit mir um des Blutes willen!“ Und zuletzt: „Sangue! Sangue! – Blut! Blut!“

Joan Crawford, US-amerikanische Schauspielerin:
„Damn it! Don’t you dare ask God to help me.“
(„Verdammt noch mal! Wagen Sie es ja nicht, Gott um Hilfe für mich zu bitten.“) [zu ihrer Haushälterin, die laut zu beten begann]

Die heilige Birgitta:
Nach der heiligen Wandlung sprach Birgitta sterbend deutlich die letzten Worte ihres göttlichen Erlösers: „In deine Hände, Herr, befehle ich meinen Geist!“

Aleister Crowley, englischer Okkultist:
„I’m perplexed.“
(„Ich bin überrascht.“)

Der heilige Laurentius:
Der Überlieferung nach waren seine an den Kaiser gerichteten letzten Worte, bevor er auf dem Grillrost zu Tode kam : „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Daniel Defoe, englischer Schriftsteller:
„I do not know which is more difficult in a Christian life – to live well or to die well.“
(„Ich weiß nicht, was für einen Christen schwieriger ist – richtig zu leben oder richtig zu sterben.“)


Nun, einige Zitate geben mir schon zu denken.

Wie wichtig ist für junge Menschen eine gute Sterbestunde? Denken wir überhaupt jetzt schon ans Sterben? Wo werden wir uns befinden – im eigenen Bett, im Krankenhaus oder gar auf einem Schlachtfeld, im Gefängnis oder in einem KZ? Wie werden wir sterben? Durch Krankheit, Martyrium, Unfall, Altersschwäche? Welchen Tod wünscht man sich, wenn man die Wahl hätte? Wie sehr vertrauen wir auf Gott, wenn wir erst einmal kurz vor dem Tode stehen? Würden wir ihn auch dann noch preisen, wenn man uns wegen unseren Glauben umbringt – etwa wie es so viele Martyrer taten? Wie steht es mit unseren letzten Worten? Werden wir die richtigen Worte zum rechten Augenblick finden, oder ist das nebensächlich? Manche Menschen sind der Auffassung, man solle schon zu Lebzeiten seine letzten Worte klug formulieren und auswendig lernen – aber wie das eben so ist mit dem Auswendiglernen: Wenn es erst einmal so weit ist, fällt einem das Gelernte nicht mehr ein.

Und vielleicht ist dies auch noch ein Anreiz, um mit den eigenen Worten zu jeder Zeit achtsamer umzugehen – es könnten die letzten sein.

Betrachtet man die aktuellen Geschehnisse und die Zeichen der Zeit, so sollten wir nicht nur für die Armen Seelen beten, sondern auch für die Sterbenden und für eine eigene gute Sterbestunde, unter welchen Umständen sie auch immer verlaufen mag. Eine gute Sterbestunde hat man immer wenn man Gott liebt.

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4 Antworten to “Acta est fabula, plaudite!”

  1. alipius said

    Saubere Sammlung!
    Danke für’s Zusammentragen!

  2. Mallo said

    Gute Sammlung, gute Gedanken! Wie schön wäre es, würde man hier und da die Tradition der Bruderschaften wiederbeleben, die für die Sterbenden und Armen Seelen beten. Diese gab es früher einmal fast in jeder Gemeinde, heute kenne ich nur noch eine:

    http://www.kloster-st-trudpert.de/seite12.php

    • conservare said

      Mallo, ja da haben sie recht, dass wäre schön.
      Danke für ihr Kommentar und den Link zu dieser Bruderschaft, den ich sehr sehr gerne bei mir in die Linkliste aufnehmen werde!

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