CONSERVARE

… Salz der Erde

Archive for Dezember 2009

Unschuldige Kinder

Posted by conservare - 28/12/2009

Zum heutigen Gedenktag der Unschuldigen Kinder, möchte ich die eigene Gebets-Intensität gegen das himmelschreiende Unrecht der Abtreibung erneuern. Es ist dies eine wichtige Angelegenheit der Kirche und muss weiterhin hohe Priorität haben. Denn wir sind keine Kindermörder und wir unterstützen auch keine Kindermörder. Das ist mitunter das, woran man früher die Christen in einer heidnischen Gesellschaft erkannte: Sie töten keine Kinder – seien sie noch so sehr arm oder behindert. Die Heiden hingegen setzten nicht nur ihre Kinder aus, sondern töteten oder opferten sie ihren Götzendämonen. Es hat also sehr wohl etwas mit unserem Glauben zu tun, inwiefern wir zum Leben und zu den Kindern, die Gott uns schenken will, stehen. Ich hoffe und bete, dass sich das im kommenden Jahr massiv in den Herzen und Köpfen der Menschen einprägt, sonst erleben wir in Deutschland den gleichen Dammbruch wie in Österreich mit der rezeptfreien Abtreibungspille.

Heute opfert man in unserer Gesellschaft wieder offiziell Kinder. Und zwar besonders die Ungeborenen, aber auch jene Kinder, die verwahrlosen und dieser sexualisierten und gottlosen Gesellschaft wehrlos ausgeliefert sind. Ihrerseits wird ihnen das Potential der Vernichtung ihrer eigenen Kinder von Haus und Schule aus eingeprägt. Oft sind die eigenen Eltern machtlos gegen die sexuelle Prägung im sogenannten ‚Aufklärungsunterricht‘ und müssen mit Strafen rechnen, wenn sie ihre Kinder verschonen möchten.

Die Unschuldigen Kinder, die damals auf Herodes Befehl hin getötet wurden, werden in der Kirche seit vielen Jahrhunderten als Martyrer verehrt. Die Eltern dieser Kinder mussten sehr unter der Verfolgung ihrer Babies leiden! Aber die heutigen Kinder, die bereits schon im Mutterleib getötet werden, sterben anonym. Ihre Eltern kannten weder die Gesichter, noch ihre Stimmen. Sie hören und hörten nicht die Schreie und das Weinen ihrer sterbenden Babies. Sie glauben es sei ihre freie Entscheidung gewesen, oder sie glauben, dass sie keine andere Wahl hatten, als ihr eigenes Fleisch und Blut töten zu lassen. Dies macht die heutige Abtreibung zu einer noch perfideren Ausführung des Herodes-Auftrages.

Millionen Ungeborene sind bedroht, aber die Statistik der auf diesem Wege getöteten ungeborenen Kinder will man bewusst verschleiern und gar abschaffen, damit nur ja keiner sieht, dass mittlerweile mehr Menschen an Abtreibung starben, als am zweiten Weltkrieg! Es könnten ja sonst die Menschen, die noch Herz und Hirn haben, das große Unrecht der Abtreibungslobby erkennen! Die Frauen die so verzweifelt sind, dass sie abtreiben, sind für diese Lobby ein gefundenes Fressen. Diese Abtreibungskliniken bieten der werdenden Mutter an, die „Drecksarbeit“ zu erledigen. Mit dem Post Abortion Syndrom werden diese Frauen allein gelassen. Worin bestand nun die ‚Hilfe‘? Man hilft einer Frau nicht, indem man ihr Baby tötet, sondern indem man die Frau und das Kind grundlegend unterstützt. Dazu kann ein Fond angelegt werden und die Christen müssten noch christlicher werden, damit sie auch wirklich helfen und nicht nur sagen: „Der Staat macht das“. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten um solchen Frauen in Not zu helfen. Wer nur den Tod als Lösung parat hat, ist das Werkzeug des Teufels, denn alles was ihm untersteht, will zum Tode und nicht zum Leben.

Es ist auch eine Prüfung unserer Zeit, nämlich dass wir Christen nicht wegschauen und nicht die werdenden Mütter (auch Väter) mutlos in die Arme der Tötungsärzte laufen lassen!

Fürbitten zum Schutze ungeborenen Lebens

Allmächtiger und barmherziger Gott, Du hast den Menschen als die Krone der Schöpfung erschaffen. Heute hat sich die Menschheit weit von Dir und Deinen Geboten entfernt. Ungeborenes Leben wird überall in der Welt getötet, auf grausame Weise vernichtet.

So bitten wir Dich durch Deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, auf die Fürsprache Seiner Heiligsten Mutter sowie aller Engel und Heiligen:

Schenke in Deiner Gnade allen werdenden Müttern die Erkenntnis, daß ihr Kind von der Empfängnis an ein wahrer Mensch ist und daß jede Art von Tötung dieses menschlichen Lebens ein schwerer Verstoß gegen Gottes Gebot ist.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Steh allen Ärzten bei, daß sie jedes menschliche Wesen, auch das ungeborene, unter allen Umständen als Dein Ebenbild schützen.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Führe alle jene, die die Tötung menschlicher Geschöpfe vermitteln oder durchführen, zur Erkenntnis, daß sie sich ihrer Schuld bewußt werden und wieder Versöhnung mit Dir suchen.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Sei den Frauen nahe, die ein hilfloses Kind in ihrem Leib töten ließen; laß sie die Gnade annehmen, sich zu bekehren und sich im Sakrament der Buße mit Dir zu versöhnen.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Erleuchte alle Eltern, Freunde und Ehemänner schwangerer Frauen, daß sie niemals Mithilfe zur Tötung von Ungeborenen leisten, sondern sie im „Ja“ zu dem in ihrem Schoß empfangenen Kind bestärken.

Wir bitte Dich, erhöre uns!

Hilf den Politikern, daß sie alle Gesetze im Licht der Gebote Gottes beschließen und Gesetze, in denen menschliches Leben preisgegeben wird, wieder korrigieren.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Gewähre den Kindern, daß sie auch in der Schule zu christlichen Werten und großer Ehrfurcht vor dem Geheimnis menschlichen Lebens geführt werden.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Stärke die junge Generation, daß sie sich die richtungsweisenden Worte der Kirche über die menschliche Geschlechtlichkeit zu eigen macht und sich entschließt, danach zu leben.

Wir bitten Dich, erhöre uns!

Gütiger Gott, leite uns alle an, daß wir uns bemühen, selber nach dem Evangelium und Deinen Geboten zu leben. Hilf uns, daß wir ungeborenes menschliches Leben mit aller Entschiedenheit verteidigen und einen Teil der Schuld, die hier auf der Menschheit lastet, durch Gebet und Opfer verringern helfen.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen

(Mit kirchlicher Druckerlaubnis Nr. 126, Kath. Pfarramt St. Bruder Klaus, München.)

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Ich schaue nicht auf diese Angreiferin

Posted by conservare - 26/12/2009

Ich schaue mit Dankbarkeit auf Gott und freue mich, dass der Heilige Vater – der wie von Engeln getragen – sich nicht die kleinste Verletzung zugezogen hat. Das grenzt an ein Wunder und wir dürfen uns freuen, dass der Himmel so gut auf diesen Nachfolger Petri Acht gibt.

Ich freue mich darüber einfach.


Vielleicht bin ich ja auch verrückt geworden. Aber vielleicht ist gerade dies ein Zeichen vom Himmel – um genau zu sein: Vielleicht ein Zeichen von Papst Johannes Paul II, den viele Christen täglich um Fürsprache anrufen.

Papst Johannes Paul II musste damals einen schweren Angriff erleiden und durfte dieses Attentat überleben. Papst Benedikt XVI. schreitet über Löwen und Nattern, tritt auf Löwen und Drachen (Psalm 91, 13). Bei ihm wird diese Chronik der Attentate in einen anderen Verlauf umgekehrt.

Ich freue mich darüber einfach.

Wir dürfen ruhig mehr Mut im Vertrauen auf Gott wagen und wir müssen ob solchen Geschehnissen nach einer ersten Welle der Fassungslosigkeit wieder zur Fassung, zur christlichen Verfassung kommen und uns besinnen.

Es hat keinen Sinn auf diese angreifende Frau herumzuhacken! Wenn sie wirklich geistig erkrankt ist, dann sollte man eher für ihre Genesung beten und für die des verletzten Kardinals natürlich. Man kann Gott doch nur danken, dass dem Papst nichts passiert ist und sicher hat er der Frau schon verziehen.

Aber einige Stimmen fordern jetzt „sperrt sie weg“ und Manche malen den Teufel an die Wand, was da alles hätte passieren können. Ja, es hätte wirklich viel Schlimmeres passieren können, aber dieses ganze „hätte, könnte und wenn“ bringt hier doch überhaupt nichts. Versucht das einmal nüchtern zu betrachten. Der Angriff ist vorbei, er ist – zumindest und Gott sei Dank für den Papst – gut überstanden. Das ist es, was im Moment zählt. Jene Leute, die da geschludert haben – etwa das Sicherheitspersonal – werden sich jetzt mehr anstrengen müssen und besser arbeiten, wenn dies befohlen und gefördert wird. Dies hoffe ich zumindest sehr! Viel wichtiger als die Rufe gegen diese Angreiferin, scheint mir sowieso die Frage nach einem umfassenden Schutz für den Papst zu sein. Denn geistig verwirrte Menschen, oder berechnende Attentäter wird es immer geben. Alle kann man nicht aufspüren und „wegsperren“. Also muss an anderer Stelle gearbeitet werden. Ein Restrisiko bleibt trotzdem. Immer.

Man hat mich gefragt, ob ich es einfach in Kauf nehme, dass der Papst angegriffen wurde.
Ich nehme das alles nicht in Kauf und abgesehen davon stand die Verhinderung des Unglückes nicht in meiner Macht. Deswegen kann ich etwas Derartiges natürlich überhaupt nicht in Kauf nehmen. Aber ich würde es auch dann nicht in Kauf nehmen, wenn es in meiner Macht stünde.

Warum sollte ich desweiteren hier diese Attentäterin bewerten? Ich habe keinen Ton von ihr gehört und keinen Buchstaben von ihr gelesen. Ich habe nicht einmal ihr Gesicht gesehen um überhaupt irgend eine Emotion zuverlässig feststellen zu können. Hinzu kommt erschwerend, dass normal gesunde Menschen sich nicht in das Denken und Fühlen von geistig Kranken hineinversetzen können. Man kann hier ganz schlicht und ergreifend nicht das gleiche Maß anwenden, wie bei einem Menschen, der genau weiß was er tut. Ich hoffe das leuchtet ein. Deswegen werden dem staatlichen Gesetz nach nur Strafen, die den Geisteszustand und den Reifegrad einer Person berücksichtigen, verhängt. Ich gehe ganz einfach davon aus, dass diese Angreiferin eben geistig krank ist, denn so wurde es ja auch berichtet. Danach gilt es zu unterscheiden.

Aber wie gesagt, ich schaue nicht auf diese Angreiferin. Ich schaue mit Dankbarkeit auf Gott und freue mich, dass der Heilige Vater – der wie von Engeln getragen – sich nicht die kleinste Verletzung zugezogen hat.

Heute ist der Gedenktag des Heiligen Stephanus, des ersten Martyrers unserer Kirche.
Während er starb, betete er noch zu Gott „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an“. Wir kennen auch das Gebet unseres Herrn Jesus Christus, kurz bevor er am Kreuze starb. Was würden wir beten, wenn wir tatsächlich einmal in so einer Lage sind? Haben wir dann überhaupt noch die Glaubenskraft für unsere Feinde/Mörder zu beten, oder sind wir bis dahin ausgelaugt? Oder hätten wir den Mumm jenem Menschen zu verzeihen, der uns umbringen/angreifen wollte?

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was einem die Weihnachtsfreude vorerst verderben kann

Posted by conservare - 25/12/2009

Es soll ja Menschen geben, die ihre Freude über Weihnachten zu einem gewissen Teil auch an die Liturgie koppeln. Zu diesen Menschen gehöre ich. Leider leben wir in einer Zeit, in der es gar nicht so schwer ist diese Freude an der weihnachtlichen Liturgie im Keim zu ersticken.

Ohja, da melde ich mich heute doch einmal zu Wort. Ihr wisst das ich hier sehr sehr selten meinen Dampf über liturgische Unmöglichkeiten ablasse, aber manchmal ist die öffentliche Beschwerde als Zeitdokument und ggf. als Weckruf sinnvoll. Zumindest erscheint es mir als sinnvoll, die Mitchristen darauf aufmerksam zu machen, dass diverse liturgische Gepflogenheiten durchaus nicht zum eigentlichen Usus gehören.

Nun, ihr kennt das sicher alle. Während man an ’normalen‘ Sonntagen die Kirche halb voll oder halb leer vorfindet, muss man an Weihnachten – besonders zur Christmette – eine ganze Stunde eher die Kirchenbank besetzen, weil man sonst keinen Platz mehr bekommt. Für mich ist das an sich kein Problem. Ich liebe es, meine Zeit in der Kirche zu verbringen und ich bete gerne vor Beginn der Heiligen Messe einen Rosenkranz. Allerdings wird das Beten in der Kirche eine halbe Stunde vor Beginn der Christmette ziemlich schwer. Dann beginnt nämlich das schubweise Eintrudeln ganzer Horden von weihnachtlich gestimmten Menschen, die ausgelassen miteinander quasseln. Sei es drum. Die gestrige Christmette war – abgesehen von den üblichen Beanstandungen (keine Patene, Einleitung der Fürbitten vom Vorbeter gesprochen, den gebrochenen Leib Christi auf der großen Patene liegen gelassen etc.) – rein vom gefühlsmäßigen Erleben doch ziemlich stimmungsvoll. Ich ertrage es allerdings nicht gut, wenn der Priester einfach die gebrochene Hostie auf dem Altar liegen lässt und dann erst nach der Kommunionspendung konsumiert. Schrecklich! Jedenfalls hat mir unser Chor sehr gut gefallen und der Organist trug wesentlich dazu bei, wenigstens die gefühlte Feststimmung aufrecht zu erhalten. Worüber rege ich mich denn dann noch auf?

Wer mich kennt, weiß dass ich tolerant bin, und zwar im eigentlichen Sinne des Wortes „tolerare = ertragen“. Doch wirklich, ich ertrage vieles in der neuen deutschen Messe, die man nicht mehr ‚Heilig‘ nennt. Was ich aber auf keinen Fall ertrage, ist der schäbige Umgang mit dem allerheiligsten Leib des Herrn, leibhaftig zugegen in Brot und Wein! Heute kamen mir beinahe die Tränen, als ZWEI Kommunionhelfer (bei geschätzten 40 Gottesdienstbesuchern) die Hostien mit ihren Händen unsanft aus dem Ziborium in einen kleineren Kelch umfüllten, nur weil jemand vergessen hat ein weiteres Gefäß vorzubereiten. Und weil auch unbedingt ZWEI Kommunionhelfer dabei sein mussten oder wollten, hat der Mesner (den ich allerdings persönlich sehr schätze) aus der Sakristei dem zweiten Helfer einen kleinen Kelch gereicht. WIE der eine Helfer dann in das Ziborium hineinlangte und die Hostien unsanft in den Kelch beförderte, erinnerte mich an den Umgang mit Keksen. Wobei sogar ein Bäcker noch vorsichtiger mit seiner feinen Ware umgeht. Nein, das konnte ich nicht ertragen! Abgesehen vom Unsinn, für ein paar duzend Menschen gleich drei Kommunionausteiler (incl. Pfarrer) aufzustellen, verstehe ich einfach nicht wieso man noch am Volksaltar mit dem Leib des Herrn so achtlos umgeht und dann nach wenigen Momenten vor die Leute tritt, die Hostie hochhält und ernsthaft (?) „der Leib Christi“ sagen kann. Ja, wie ist das nur möglich? Ich war und bin fassungslos. Ebenso zeigt es an, was man so allgemein vom Leib Christi hält, wenn der Priester sich noch die Finger purifiziert, die Laien-Helfer aber nicht. Das wäre nur verständlich, wenn die Purifizierung einen rein symbolischen Wert hätte. Aber wir sind Katholiken, bei uns ist selten etwas ‚rein symbolisch‘, da sich das liturgische Handeln auf mehrere Ebnen erstreckt und fast alles mit dem Gebet verbunden ist. Ein Gebet aber ist nicht symbolisch.

Ich spreche keinen einzigen Menschen den Glauben ab – wer bin ich, dass ich darüber zu befinden hätte? Allerdings möchte ich mit meinem heutigen Beitrag vor allem den Leuten, die in der Liturgie Hand anlegen, vermitteln wie ihr unachtsames Handeln auf die Gemeinde wirkt und – was noch wesentlich wichtiger ist – wie falsch sie mit dem Heiligsten umgehen.

Es kann und darf nicht sein, dass wir solche tiefen Lieder singen wie: „Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir“ uns aber dann nicht betend nahen, sondern nachlässig und unkonzentriert.

Das man vielen Katholiken ob dieses Widerspruches zwischen dem Lippenbekenntnis und der Tat keine Vorwürfe machen kann und soll, dass weiß ich. Ist es nicht so, dass sie es besser wüssten, wenn es nur endlich wieder gute Katechesen gäbe? Aber jene Katholiken, die es ihrem Stande nach eigentlich besser wissen müssten, sollen erfahren das ihr Handeln bei den ‚Gerade noch so Gläubigen‘ auch noch den letzten eucharistischen Funken auslöschen kann. Nicht selten für immer! Zu meiner Anfangszeit als Katholikin fiel mir das Verständnis der Eucharistie nicht in den Schoß und es dauerte eine Zeit, bis ich mir aus wichtigen Schriften und Vorträgen einen Reim auf die Eucharistie machen konnte (ich sage Reim, weil es immer noch ein Geheimnis ist). Hätte ich mich damals nur an das gehalten, was ich im Gottesdienst mitbekommen habe, wüsste ich bis heute nicht einmal das Mindeste über das Heilige Messopfer.

Ist das nicht traurig??
Und manch ein Bischof wundert sich noch darüber, dass der Glaube zerfällt und die Kirchensteuern ausbleiben? Ja für was bitte soll ein Taufscheinchrist denn Geld bezahlen, wenn er nicht einmal weiß was die Heilige Messe ist? Warum sollen jene Menschen die Kommunion schätzen, wenn ihnen nicht mehr erklärt wird WEN sie da empfangen und wenn die Beichte ihnen nichts mehr sagt, obwohl sie gebietet sich für die Kommunion vorzubereiten?

Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass dieser massive Glaubensabfall letzten Endes im falschen oder bereits erloschenen Eucharistieverständnis seine Ursache findet.

Wenn Jesus Christus in Brots- und Weingestalten nicht mehr so wichtig ist, dann sollte man wenigstens so ehrlich sein und mit den Fronleichnams-Prozessionen aufhören. Wie Pfarrer Sterninger sinngemäß sagte, ist es psychologisch gesehen einfach lächerlich, ein Stück Brot durch die Straßen zu tragen und hinter diesem Stück Brot hinterher zu laufen – ja sich gar davor auf den Boden zu knien. Ohja, wäre in der Monstranz nur ein Stück Brot, dann könnte ich die Protestanten und sogar die Atheisten verstehen. Aber SO IST ES NICHT! Es ist der Herr! Und wir tun alle gut daran, unsere Knie vor Ihm zu beugen und mit Maria Magdalena „Rabbuni“ zu rufen! Denn der Gleiche, den Maria und Josef in der Krippe anbeteten und den Maria von Magdala zu einer anderen Zeit gesehen hat, ist auch heute unter uns. IN uns! Wenn auch verborgen, wenn auch geheimnisvoll, wenn auch hinter einem Schleier. Wüssten die Menschen das – und sei es auch nur, dass sie so glauben würden wie der heilige Apostel Thomas – die Kirche und die Welt würde sich auf einen Schlag verändern.

Das Heilige Messopfer ist die effektivste Waffe gegen Satan und alles Böse im Menschen – es ist kein Wunder das man allerorts und zu allen Zeiten versucht, dieses zu verhindern oder zu sabotieren. Mir ist allerdings keine Epoche bekannt, in der dies so erfolgreich geschieht wie in der heutigen Zeit.

Heiliger Joseph, Nährvater Jesu und Beschützer der heiligen Gottesgebärerin Maria, welche das Urbild der Kirche Gottes ist, steh uns und der heiligen katholischen und apostolischen Kirche bei. Amen.

Heiliger Joseph in weihnachtlicher Freude, bitte für uns.

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Gloria in excelsis Deo!

Posted by conservare - 25/12/2009

F R Ö H L I C H E W E I H N A C H T E N !

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Ich wünsche allen meinen Lesern eine gnadenreiche und freudige Weihnachtszeit!

Macht weit die Tore eurer Herzen, unser Herr ist gekommen und möchte in unseren Herzen wohnen!

Gottes reichen Segen,

eure Monika Elisabeth

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Ende der Wüstenzeit

Posted by conservare - 24/12/2009

Mit weihnachtlichen und postwinterlichen Grüßen melde ich mich zurück!

Ich wünsche all meinen Lesern einen wunderschönen freudigen Heiligen Abend!

So richtig weihnachtlich wird es hier auf dem Blog erst morgen. Dann werde ich euch mit weiteren Wünschen zupflastern.

Ja, nun… meine Wüstenzeit ist vorbei. Ich habe mir das ehrlich gesagt ein bisschen anders vorgestellt. So ganz Wüste war es dann nämlich doch nicht – aber das ist meine eigene Schuld.

Ich blicke dennoch auf eine verrückte Woche zurück, die mit eiskalten Temperaturen begann und jetzt im Schneeregen-Matsch endet. Dazu könnt ihr das obige Bild als eine kleine Impression genießen, und euch an der weißen Winterlandschaft – wie es vor etwa 4 Tagen bei uns noch ausgesehen hat – erfreuen. Seht nur wie herrlich kalt es bei uns war. Ein Traumwetter!

Aber leider brachen diese Temperaturen herein, als meine Heizung im Wohnzimmer völlig auf Stur schaltete und nicht mehr ordentlich wärmen wollte.

Zu dieser verrückten Woche gehört aber auch noch, dass ich keine Möglichkeit hatte in die Stadt zu fahren um in den großen Kirchen Beichten zu gehen. Der Pfarrer bei uns in der Gemeinde hat keine Beichtzeiten angeboten. Und so trete ich nun heute Abend in der Christmette als arme ungewaschene Sünderin vor das Jesuskind hin. Ganz wie die Hirten damals, denn da gab es auch noch keine Beichte. So hat auch mein Seelenschmuddel seltsamerweise einen Vorteil: Ich kann mich um so mehr auf den Geburtstag des Herrn freuen und es einigermaßen nachempfinden, wie groß damals bei den Menschen an der Krippe die Freude sein musste. Denn uns ist ein Erlöser, ein Heiland geboren und Er wird uns von den Sünden rein waschen und unsere Schulden tilgen.

Sicher bin ich nicht stolz auf meine sündige Schmuddelei in meinem Innern und ich möchte so schnell wie möglich nach Weihnachten noch beichten können. Aber es ist für mich ein Zeichen der unermesslichen Gnade Gottes: Eine Tür ging zu und gleichzeitig öffnete Er mir ein Fenster, damit ich auch noch aus dieser misslichen Lage etwas Gutes schöpfen kann.

Was wäre ich – was wären wir bloß, wenn es Weihnachten nie gegeben hätte?

Also freut euch mit mir im Herrn, meine Lieben!

FREUT EUCH!

PS: Ihr sollt euch freuen, aber bitte nehmt in diese Freude auch unsere Geschwister im Glauben mit hinein. Weihnachten im Irak – das ist mir persönlich ein Anliegen für den heutigen Tag – gerade für den heutigen Tag. Nehmt diese Christen in Gedanken und im Gebet mit in die Christmette. Ich tu es auch.

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Wüstenzeit

Posted by conservare - 17/12/2009

So sieht die Wüste bei mir aus: Ein feiner Schneeteppich mit Fußspuren, die nach vorne weisen. Nach vorne zum Kommenden, zum Herrn. Es sind meine eigenen Fußspuren aus dem letzten Jahr und diese möchte ich erweitern.

Für mich beginnt heute, genau eine Woche vor Heilig Abend, die Wüstenzeit. Dies bedeutet eine Woche lang Einsamkeit; Schweigen; beten beten beten; Wachen; noch mehr Fasten; Beichte; Buße und den Internetgebrauch deutlich reduzieren. Deswegen verabschiede ich mich jetzt kurz – es ist ja nur für eine Woche – vom Blogschreiben und bin nur noch per eMail erreichbar. Das aber auch nur spärlich. Um Weihnachten bin ich dann wieder da. Ich hoffe das es mir bis dahin etwas besser geht. Wenn ihr wollt, betet für mich 🙂

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Rosa Pause

Posted by conservare - 13/12/2009

Die Kirche begeht heute keine lila Pause, sondern eine rosa Pause in der Fastenzeit. Am sogenannten Gaudete-Sonntag.

Gaudete, freut euch! Das ist eine Lebensaufgabe in vielerlei Hinsicht.

Erst einmal ist es eine Aufgabe, die ein ganzes Leben lang andauert, weil man sie als gefallener Mensch immer wieder von Neuem aufnehmen muss. Zweitens ist es eine Aufgabe, die das ganze Leben fordert und nicht nur die 45 Minuten während der Heiligen Messe. Und drittens ist es auch eine Lebensaufgabe im Sinne von: Das Leben in der weltlichen aufgeblasenen Freude aufgeben, um das wahre Leben in SEINE Hände zu legen und sich im Herrn zu freuen. Denn das eigene Leben ist nur da gut aufgehoben, wo Jesus Christus Verfügung darüber hat und freuen können wir uns, wenn der ewige Gott auch der Herr über unser Leben ist.

Ich kenne trotzdem niemanden, der permanent sein ganzes Leben lang mit einem freudestrahlenden Gesicht auf Erden wandelt. Aber es ist auch gar nicht die äußerlich sichtbare Freude, welche man Jahr ein und Jahr aus (und nicht nur am Gaudete-Sonntag) nach außen tragen muss, sondern vor allem die innerliche Freude. Der Herr wird kommen! So oder so. Ob wir dies als Andenken in der Adventszeit und in der österlichen Auferstehung feiern, oder ob wir auf Seine Ankunft am Ende der Welt warten. Er wird kommen und alles vollenden. Dies ist auch meine Freude und mein Trost. Aber wir Menschen sind häufig zu sehr am Irdischen gebunden und unser Froh-o-meter richtet sich nicht all zu selten nach unserem sozialen Stand, nach dem Geldbeutel, nach der Wirtschaft oder nach der Art unseres Ansehens. Alle eitlen Dinge und Fantastereien lassen uns glücklich und freudestrahlend sein – nur Gott nicht? Umgekehrt muss es sein!

Können wir uns denn wirklich im Leid freuen – und zwar nicht erst dann wenn wir merken, dass es uns damit besser gelingt im Leid zu leben und wir sowieso nichts ändern können, sondern wirklich von Anfang an? Können wir Gott freudig danken, wenn wir krank sind? Uns freuen, obwohl wir vielleicht nicht wissen, ob wir am nächsten Tag überhaupt etwas zum Essen haben werden? Uns freuen, obwohl wir von der Gesellschaft geächtet und allein gelassen werden? Uns sogar dann freuen, wenn uns Gott scheinbar ignoriert?
Ja! Denn diese Freude, die wir vor allem am Gaudete-Sonntag erneuern sollen, ist nun mal keine irdisch-emotionale Freude, die verpufft sobald der Auslöser dieser Freude verschwunden ist. Sie ist auch nicht nur eine innerliche Freude, sondern eine Erlösungsfreude die alle Bereiche des Lebens mit ihrem Licht überstrahlt. Je nachdem wie sich diese Freude in uns erhalten lässt, so ist es auch mit unserem Glauben bestellt. Davon bin ich fest überzeugt.

Mir persönlich kann „die Welt“ keine Freude schenken. Das konnte sie allerdings noch nie. In den Jahren, in denen ich glaubenslos war, verlernte ich wie man sich richtig freut und so musste ich dies in der letzten Zeit durch Gottes Gnade wieder von Neuem erlernen. Als Kind konnte ich mich allerdings sogar noch in den schlimmsten Tagen freuen, weil mein Blick nicht von dieser Welt getrübt war. Zu meiner atheistischen Zeit blickte ich auf diese Welt mit einem großen Neid, der sich aus der Sehnsucht nach der Teilhabe dieser Spaß-Welt speiste. Heute blicke ich auf diese Welt mit Desinteresse, weil ihre Verheißungen trist, öd und trostlos sind. Heute will ich keinen Anteil mehr von dieser Welt, deren Fürst der Teufel ist.

Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn – und auch unsere Freude ist im Namen des Herrn – der Himmel und Erde erschaffen hat.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Gaudete Sonntag.

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Meine Hymne

Posted by conservare - 10/12/2009

fortes fide gibt uns sein Lieblingslied auf die Ohren und auch ich habe ein Lieblingslied aus dem Bereich Worship-Songs. Mein aktueller Ohrwurm kommt aus dem sogenannten „Celtic Worship“ Genre. Die Band heißt Eden’s Bridge und ich kann deren CDs nur wärmstens empfehlen. Vielleicht aktuell als Weihnachtsgeschenk?

Ich singe dieses Lied sehr gerne mit. Die Melodie ist eingängig, der Text ist tief, liebevoll und aus einem uralten Hymnus entstanden. Einfach schön, man kann diese Musik fast schon atmen, wenn ihr mich recht versteht. Hört es euch einmal an. Dreht die Boxen auf und hier gibts den Text zum mitsingen:

Be Thou my vision Oh Lord of my heart
Be all else but nought to me save that Thou Art
Be Thou my best thought in the day and the night
Both waking and sleeping Thy presence my light

Be Thou my wisdom, be Thou my true word
Be Thou ever with me and I with Thee Lord
Be Thou my great Father and I Thy true son
Be Thou in me dwelling and I with Thee one

Be Thou my breastplate, my sword for the fight
Be Thou my whole armour, be Thou my true might
Be Thou my soul’s shelter, be Thou my strong tower
O raise Thou me heav’nward, great power of my power

Riches I heed not, nor man’s empty praise
Be Thou mine inheritance, now and always
Be Thou and Thou only the first in my heart
O Sov’reign of heaven, my treasure Thou art

High King of heaven, Thou heaven’s bright sun
O grant me its joys after victory is won
Great heart of my own heart, whatever befalls
Still be Thou my vision, O ruler of all

Die originale Fassung:

Ancient Irish hymn, possibly from the 8th Century, tr. by Mary E. Byrne

Be Thou my vision, O Lord of my heart;
Naught be all else to me, save that Thou art.
Thou my best thought, by day or by night,
Waking or sleeping, Thy presence my light.

2. Be Thou my Wisdom, Thou my true Word;
I ever with Thee, Thou with me, Lord;
Thou my great Father, I thy true son;
Thou in me dwelling, and I with Thee one.

3. Be Thou my battle-shield, sword for my fight,
Be Thou my dignity, Thou my delight.
Thou my soul’s shelter, Thou my high tower.
Raise Thou me heavenward, O Power of my power.

4. Riches I heed not, nor man’s empty praise,
Thou mine inheritance, now and always:
Thou and Thou only, first in my heart,
High King of heaven, my Treasure Thou art.

5. High King of heaven, my victory won,
May I reach heaven’s joys, O bright heav’ns Son!
Heart of my own heart, whatever befall,
Still be my vision, O ruler of all.

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werde Priester und werde es ganz

Posted by conservare - 10/12/2009

Erzbischof Ludwig Schick sagte einmal anlässlich zu einer Priesterweihe:

Der Priester muss nicht ein Entertainer, Organisator und Mädchen für alles sein,
sondern ein Mann Gottes, bei dem man Gott spürt

Unerlässlich sei, dass der Priester vor allem ein betender Mensch sei, der immer mit
Christus verbunden bleibe.

Willst du ein Leben voller Glück und Glanz,
werde Priester und werde es ganz.
Willst du ein Leben voller Druck und Alp,
werde Priester und werde es halb.

In diesem Sinne: frisch, fromm, fröhlich und frei ans Werk

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Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern

Posted by conservare - 10/12/2009

Als Kind hörte ich dieses Märchen immer gerne in dieser Zeit. Es hat mich viel beschäftigt. Vor allem brachte es mich dazu mich auf kindlicher Weise sehr früh mit dem Sterben auseinanderzusetzen und dadurch wuchs auch mein Wissensdurst über die Frage nach Gott, den Tod und dem Leben nach dem Tod.

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern

Hans Christian Andersen

Es war entsetzlich kalt; es schneite, und der Abend dunkelte bereits; es war der letzte Abend im Jahre, Silvesterabend. In dieser Kälte und in dieser Finsternis ging auf der Straße ein kleines armes Mädchen mit bloßen Kopfe und nackten Füßen. Es hatte wohl freilich Pantoffeln angehabt, als es von Hause fortging, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Pantoffeln, sie waren früher von seiner Mutter gebraucht worden, so groß waren sie, und diese hatte die Kleine verloren, als sie über die Straße eilte, während zwei Wagen in rasender Eile vorüberjagten; der eine Pantoffel war nicht wiederaufzufinden und mit dem anderen machte sich ein Knabe aus dem Staube, welcher versprach, ihn als Wiege zu benutzen, wenn er einmal Kinder bekäme.

Da ging nun das kleine Mädchen auf den nackten zierlichen Füßchen, die vor Kälte ganz rot und blau waren. In ihrer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer und ein Bund hielt sie in der Hand. Während des ganzen Tages hatte ihr niemand etwas abgekauft, niemand ein Almosen gereicht. Hungrig und frostig schleppte sich die arme Kleine weiter und sah schon ganz verzagt und eingeschüchtert aus. Die Schneeflocken fielen auf ihr langes blondes Haar, das schön gelockt über ihren Nacken hinabfloß, aber bei diesem Schmucke weilten ihre Gedanken wahrlich nicht. Aus allen Fenstern strahlte heller Lichterglanz und über alle Straßen verbreitete sich der Geruch von köstlichem Gänsebraten. Es war ja Silvesterabend, und dieser Gedanke erfüllte alle Sinne des kleinen Mädchens.

In einem Winkel zwischen zwei Häusern, von denen das eine etwas weiter in die Straße vorsprang als das andere, kauerte es sich nieder. Seine kleinen Beinchen hatte es unter sich gezogen, aber es fror nur noch mehr und wagte es trotzdem nicht, nach Hause zu gehen, da es noch kein Schächtelchen mit Streichhölzern verkauft, noch keinen Heller erhalten hatte. Es hätte gewiß vom Vater Schläge bekommen, und kalt war es zu Hause ja auch; sie hatten das bloße Dach gerade über sich, und der Wind pfiff schneidend hinein, obgleich Stroh und Lumpen in die größten Ritzen gestopft waren. Ach, wie gut mußte ein Schwefelhölzchen tun! Wenn es nur wagen dürfte, eins aus dem Schächtelchen herauszunehmen, es gegen die Wand zu streichen und die Finger daran zu wärmen! Endlich zog das Kind eins heraus. Ritsch! wie sprühte es, wie brannte es. Das Schwefelholz strahlte eine warme helle Flamme aus, wie ein kleines Licht, als es das Händchen um dasselbe hielt. Es war ein merkwürdiges Licht; es kam dem kleinen Mädchen vor, als säße es vor einem großen eisernen Ofen mit Messingbeschlägen und Messingverzierungen; das Feuer brannte so schön und wärmte so wohltuend! Die Kleine streckte schon die Füße aus, um auch diese zu wärmen – da erlosch die Flamme. Der Ofen verschwand – sie saß mit einem Stümpchen des ausgebrannten Schwefelholzes in der Hand da.

Ein neues wurde angestrichen, es brannte, es leuchtete, und an der Stelle der Mauer, auf welche der Schein fiel, wurde sie durchsichtig wie ein Flor. Die Kleine sah gerade in die Stube hinein, wo der Tisch mit einem blendend weißen Tischtuch und feinem Porzellan gedeckt stand, und köstlich dampfte die mit Pflaumen und Äpfeln gefüllte, gebratene Gans darauf. Und was noch herrlicher war, die Gans sprang aus der Schüssel und watschelte mit Gabel und Messer im Rücken über den Fußboden hin; gerade die Richtung auf das arme Mädchen schlug sie ein. Da erlosch das Schwefelholz, und nur die dicke kalte Mauer war zu sehen.

Sie zündete ein neues an. Da saß die Kleine unter dem herrlichsten Weihnachtsbaum; er war noch größer und weit reicher ausgeputzt als der, den sie am Heiligabend bei dem reichen Kaufmann durch die Glastür gesehen hatte. Tausende von Lichtern brannten auf den grünen Zweigen, und bunte Bilder, wie die, welche in den Ladenfenstern ausgestellt werden, schauten auf sie hernieder, die Kleine streckte beide Hände nach ihnen in die Höhe – da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, und sie sah jetzt erst, daß es die hellen Sterne waren. Einer von ihnen fiel herab und zog einen langen Feuerstreifen über den Himmel.

„Jetzt stirbt jemand!“ sagte die Kleine, denn die alte Großmutter, die sie allein freundlich behandelt hatte, jetzt aber längst tot war, hatte gesagt: „Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele zu Gott empor!“

Sie strich wieder ein Schwefelholz gegen die Mauer; es warf einen weiten Lichtschein ringsumher, und im Glanze desselben stand die alte Großmutter hell beleuchtet mild und freundlich da.

„Großmutter!“ rief die Kleine, „oh, nimm mich mit Dir! Ich weiß, daß Du verschwindest, sobald das Schwefelholz ausgeht, verschwindest, wie der warme Kachelofen, der köstliche Gänsebraten und der große flimmernde Weihnachtsbaum!“ Schnell strich sie den ganzen Rest der Schwefelhölzer an, die sich noch im Schächtelchen befanden, sie wollte die Großmutter festhalten; und die Schwefelhölzer verbreiteten einen solchen Glanz, daß es heller war als am lichten Tag. So schön, so groß war die Großmutter nie gewesen; sie nahm das kleine Mädchen auf ihren Arm, und hoch schwebten sie empor in Glanz und Freude; Kälte, Hunger und Angst wichen von ihm – sie war bei Gott.

Aber im Winkel am Hause saß in der kalten Morgenstunde das kleine Mädchen mit roten Wangen, mit Lächeln um den Mund – tot, erfroren am letzten Tage des alten Jahres. Der Morgen des neuen Jahres ging über der kleinen Leiche auf, die mit den Schwefelhölzern, wovon fast ein Schächtelchen verbrannt war, da saß. „Sie hat sich wärmen wollen!“ sagte man. Niemand wußte, was sie schönes gesehen hatte, in welchem Glanze sie mit der alten Großmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war.

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