CONSERVARE

… Salz der Erde

was einem die Weihnachtsfreude vorerst verderben kann

Posted by conservare - 25/12/2009

Es soll ja Menschen geben, die ihre Freude über Weihnachten zu einem gewissen Teil auch an die Liturgie koppeln. Zu diesen Menschen gehöre ich. Leider leben wir in einer Zeit, in der es gar nicht so schwer ist diese Freude an der weihnachtlichen Liturgie im Keim zu ersticken.

Ohja, da melde ich mich heute doch einmal zu Wort. Ihr wisst das ich hier sehr sehr selten meinen Dampf über liturgische Unmöglichkeiten ablasse, aber manchmal ist die öffentliche Beschwerde als Zeitdokument und ggf. als Weckruf sinnvoll. Zumindest erscheint es mir als sinnvoll, die Mitchristen darauf aufmerksam zu machen, dass diverse liturgische Gepflogenheiten durchaus nicht zum eigentlichen Usus gehören.

Nun, ihr kennt das sicher alle. Während man an ’normalen‘ Sonntagen die Kirche halb voll oder halb leer vorfindet, muss man an Weihnachten – besonders zur Christmette – eine ganze Stunde eher die Kirchenbank besetzen, weil man sonst keinen Platz mehr bekommt. Für mich ist das an sich kein Problem. Ich liebe es, meine Zeit in der Kirche zu verbringen und ich bete gerne vor Beginn der Heiligen Messe einen Rosenkranz. Allerdings wird das Beten in der Kirche eine halbe Stunde vor Beginn der Christmette ziemlich schwer. Dann beginnt nämlich das schubweise Eintrudeln ganzer Horden von weihnachtlich gestimmten Menschen, die ausgelassen miteinander quasseln. Sei es drum. Die gestrige Christmette war – abgesehen von den üblichen Beanstandungen (keine Patene, Einleitung der Fürbitten vom Vorbeter gesprochen, den gebrochenen Leib Christi auf der großen Patene liegen gelassen etc.) – rein vom gefühlsmäßigen Erleben doch ziemlich stimmungsvoll. Ich ertrage es allerdings nicht gut, wenn der Priester einfach die gebrochene Hostie auf dem Altar liegen lässt und dann erst nach der Kommunionspendung konsumiert. Schrecklich! Jedenfalls hat mir unser Chor sehr gut gefallen und der Organist trug wesentlich dazu bei, wenigstens die gefühlte Feststimmung aufrecht zu erhalten. Worüber rege ich mich denn dann noch auf?

Wer mich kennt, weiß dass ich tolerant bin, und zwar im eigentlichen Sinne des Wortes „tolerare = ertragen“. Doch wirklich, ich ertrage vieles in der neuen deutschen Messe, die man nicht mehr ‚Heilig‘ nennt. Was ich aber auf keinen Fall ertrage, ist der schäbige Umgang mit dem allerheiligsten Leib des Herrn, leibhaftig zugegen in Brot und Wein! Heute kamen mir beinahe die Tränen, als ZWEI Kommunionhelfer (bei geschätzten 40 Gottesdienstbesuchern) die Hostien mit ihren Händen unsanft aus dem Ziborium in einen kleineren Kelch umfüllten, nur weil jemand vergessen hat ein weiteres Gefäß vorzubereiten. Und weil auch unbedingt ZWEI Kommunionhelfer dabei sein mussten oder wollten, hat der Mesner (den ich allerdings persönlich sehr schätze) aus der Sakristei dem zweiten Helfer einen kleinen Kelch gereicht. WIE der eine Helfer dann in das Ziborium hineinlangte und die Hostien unsanft in den Kelch beförderte, erinnerte mich an den Umgang mit Keksen. Wobei sogar ein Bäcker noch vorsichtiger mit seiner feinen Ware umgeht. Nein, das konnte ich nicht ertragen! Abgesehen vom Unsinn, für ein paar duzend Menschen gleich drei Kommunionausteiler (incl. Pfarrer) aufzustellen, verstehe ich einfach nicht wieso man noch am Volksaltar mit dem Leib des Herrn so achtlos umgeht und dann nach wenigen Momenten vor die Leute tritt, die Hostie hochhält und ernsthaft (?) „der Leib Christi“ sagen kann. Ja, wie ist das nur möglich? Ich war und bin fassungslos. Ebenso zeigt es an, was man so allgemein vom Leib Christi hält, wenn der Priester sich noch die Finger purifiziert, die Laien-Helfer aber nicht. Das wäre nur verständlich, wenn die Purifizierung einen rein symbolischen Wert hätte. Aber wir sind Katholiken, bei uns ist selten etwas ‚rein symbolisch‘, da sich das liturgische Handeln auf mehrere Ebnen erstreckt und fast alles mit dem Gebet verbunden ist. Ein Gebet aber ist nicht symbolisch.

Ich spreche keinen einzigen Menschen den Glauben ab – wer bin ich, dass ich darüber zu befinden hätte? Allerdings möchte ich mit meinem heutigen Beitrag vor allem den Leuten, die in der Liturgie Hand anlegen, vermitteln wie ihr unachtsames Handeln auf die Gemeinde wirkt und – was noch wesentlich wichtiger ist – wie falsch sie mit dem Heiligsten umgehen.

Es kann und darf nicht sein, dass wir solche tiefen Lieder singen wie: „Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir“ uns aber dann nicht betend nahen, sondern nachlässig und unkonzentriert.

Das man vielen Katholiken ob dieses Widerspruches zwischen dem Lippenbekenntnis und der Tat keine Vorwürfe machen kann und soll, dass weiß ich. Ist es nicht so, dass sie es besser wüssten, wenn es nur endlich wieder gute Katechesen gäbe? Aber jene Katholiken, die es ihrem Stande nach eigentlich besser wissen müssten, sollen erfahren das ihr Handeln bei den ‚Gerade noch so Gläubigen‘ auch noch den letzten eucharistischen Funken auslöschen kann. Nicht selten für immer! Zu meiner Anfangszeit als Katholikin fiel mir das Verständnis der Eucharistie nicht in den Schoß und es dauerte eine Zeit, bis ich mir aus wichtigen Schriften und Vorträgen einen Reim auf die Eucharistie machen konnte (ich sage Reim, weil es immer noch ein Geheimnis ist). Hätte ich mich damals nur an das gehalten, was ich im Gottesdienst mitbekommen habe, wüsste ich bis heute nicht einmal das Mindeste über das Heilige Messopfer.

Ist das nicht traurig??
Und manch ein Bischof wundert sich noch darüber, dass der Glaube zerfällt und die Kirchensteuern ausbleiben? Ja für was bitte soll ein Taufscheinchrist denn Geld bezahlen, wenn er nicht einmal weiß was die Heilige Messe ist? Warum sollen jene Menschen die Kommunion schätzen, wenn ihnen nicht mehr erklärt wird WEN sie da empfangen und wenn die Beichte ihnen nichts mehr sagt, obwohl sie gebietet sich für die Kommunion vorzubereiten?

Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass dieser massive Glaubensabfall letzten Endes im falschen oder bereits erloschenen Eucharistieverständnis seine Ursache findet.

Wenn Jesus Christus in Brots- und Weingestalten nicht mehr so wichtig ist, dann sollte man wenigstens so ehrlich sein und mit den Fronleichnams-Prozessionen aufhören. Wie Pfarrer Sterninger sinngemäß sagte, ist es psychologisch gesehen einfach lächerlich, ein Stück Brot durch die Straßen zu tragen und hinter diesem Stück Brot hinterher zu laufen – ja sich gar davor auf den Boden zu knien. Ohja, wäre in der Monstranz nur ein Stück Brot, dann könnte ich die Protestanten und sogar die Atheisten verstehen. Aber SO IST ES NICHT! Es ist der Herr! Und wir tun alle gut daran, unsere Knie vor Ihm zu beugen und mit Maria Magdalena „Rabbuni“ zu rufen! Denn der Gleiche, den Maria und Josef in der Krippe anbeteten und den Maria von Magdala zu einer anderen Zeit gesehen hat, ist auch heute unter uns. IN uns! Wenn auch verborgen, wenn auch geheimnisvoll, wenn auch hinter einem Schleier. Wüssten die Menschen das – und sei es auch nur, dass sie so glauben würden wie der heilige Apostel Thomas – die Kirche und die Welt würde sich auf einen Schlag verändern.

Das Heilige Messopfer ist die effektivste Waffe gegen Satan und alles Böse im Menschen – es ist kein Wunder das man allerorts und zu allen Zeiten versucht, dieses zu verhindern oder zu sabotieren. Mir ist allerdings keine Epoche bekannt, in der dies so erfolgreich geschieht wie in der heutigen Zeit.

Heiliger Joseph, Nährvater Jesu und Beschützer der heiligen Gottesgebärerin Maria, welche das Urbild der Kirche Gottes ist, steh uns und der heiligen katholischen und apostolischen Kirche bei. Amen.

Heiliger Joseph in weihnachtlicher Freude, bitte für uns.

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