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… Salz der Erde

Das negative Recht in doppelter Verneinung

Posted by conservare - 15/02/2010

Rein rechtlich gesehen gibt es nicht nur die Religionsfreiheit, sondern man unterscheidet zwischen der positiven und der negativen Religionsfreiheit. Die positive Religionsfreiheit bedeutet zum Beispiel für uns Christen, dass wir ein Recht auf freie Ausübung unserer Religion haben. Die negative Religionsfreiheit bedeutet dahingegen für einen Atheisten, dass er das Recht hat, keine Religion auszuführen. Das heißt, ein Atheist hat das Recht darauf sein Leben möglichst unbehelligt von irgendeiner Religion zu führen. Dass sich diese zwei Punkte in der zwiespältigen Rechtsprechung aneinander reiben und sich einen regelrechten Kampf zwischen den Fronten liefern, ist also nur konsequent und logisch. Zu wessen Gunsten die Religionsfreiheit ausgelegt wird, kommt letztendlich wohl auf den jeweiligen Richter und den Staatsanwalt an. Beispiele kennen wir aus Irland und Italien ja inzwischen genug.

Es gibt aber auch das positive und das negative Recht auf Reproduktion, was ein natürliches Menschenrecht ist. Konkret heißt das, ein Mensch – vorzugsweise weiblichen Geschlechts – hat das Recht auf Nachkommenschaft, aber in umgekehrter Weise hat die Frau auch das negative Recht, die Zeugung eines Kindes zu verweigern. Der Mann natürlich ebenso.
Nun, eigentlich würde doch jeder halbwegs durchschnittlich denkende Mensch davon ausgehen, dass es normal ist, einen Menschen nicht dazu zu zwingen Kinder zu zeugen. Also hat man die Freiheit mit seinem Partner den geschlechtlichen Verkehr zur fruchtbaren Zeit zu vollziehen oder nicht. Der Casus Knacktus ist der, dass weder die EU noch die Minderheit, der wir die Sexualisierung der letzten Jahrzehnte zu verdanken haben, so denkt. Diese denken da schon „weiter“ und verlangen eine Ausweitung dieses negativen Reproduktionsrechtes dahingehend, dass man bereits gezeugtes Leben im Innern des Mutterleibes töten darf, wenn man es nicht austragen möchte. Hier wird also das negative Recht auf Reproduktion doppelt verneint. Man will nicht nur kein Kind zeugen, sondern man will das Kind, welches „aus Versehen“ gezeugt wurde, auch noch mit Berufung auf das negative Recht umbringen lassen. Härtefälle wie Vergewaltigung, Lebensbedrohung der Mutter oder Inzest sind da nicht berücksichtigt, weil diese Gründe als Angabe bei einer Abtreibung statistisch sehr gering sind. In den USA sind es wohl 2%. Das kann doch bitteschön keine Grundlage für ein Recht auf Kindstötung sein!

Darüber sollte man angesichts solcher Nachrichten einmal nachdenken: EU-Parlament fordert ungehinderten Zugang zur Abtreibung

Was man hier vor hat, ist nicht die einfache sozial/finanzielle Gleichstellung von Mann und Frau, etwa im Beruf oder in der Steuerklasse. Nein, es geht tatsächlich darum, Mann und Frau biologisch gleichzustellen. In der Realität sieht das so aus, dass die Frau das gleiche Recht wie der Mann bekommen soll, Sex zu haben ohne dabei schwanger zu werden. Deswegen soll die Abtreibung auch ungehindert zugänglich sein und zum Recht werden. Denn eine promiskuitive Frau ist nach dieser Logik einem promiskuitiven Mann gegenüber klar benachteiligt. Wird sie nämlich trotz Kondom und Pille einmal schwanger – was ja nicht gerade selten vorkommt – hat die Frau die berühmt berüchtigte A-Karte als Alleinerziehende gezogen. Dass man mit solchen Ideen aber die Männer dazu anheizt, noch mehr Frauen zu verheizen und noch mehr Frauen wie einen Gegenstand zu behandeln, scheint den sogenannten Feministinnen nicht zu stören. Ist die Frau erst einmal ihrer Fruchtbarkeit beraubt, ist sie ja auch tagtäglich verfügbar, genau wie in einer homosexuellen Beziehung.

Ich höre schon die alten Männer in der EU schreien: Heureka, endlich steht der absolut verantwortungslosen Promiskuität nichts mehr im Wege!

Falls es jemanden interessiert, Promiskuität kann unter anderem ein psychischer Folgeschaden von sexuellem Missbrauch oder Verwahrlosung in der Kindheit sein und ist somit eine Persönlichkeitsstörung.

Aus den Medien hören wir jedoch, wie gesund es ist, die Triebe auszuleben und wie „gut“ es für die katholischen „Zölibatsgeschädigten“ wäre, wenn sie die Keuschheit und den Zölibat über den Haufen schmeißen. Keuschheit innerhalb der Ehe gibt es ja schon offiziell gar nicht mehr – sie wird seit der unseligen Königsteiner Erklärung nicht einmal mehr von den Ortskirchen verkündigt.

Jetzt wäre die Zeit für die Kirche in Europa, das Ruder herumzureißen! Und wenn Gott keinen Bock mehr auf mit dem Zeitgeist buhlende Geistliche hat, könnte dies sogar die letzte Chance für Deutschland und Europa sein. Im christlichen Sinne, wohlgemerkt. Was aus diesem Kontinent wird, wenn die letzten Christen weg sind, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Jesaja, Kapitel 5

20 Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, / die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, / die das Bittere süß und das Süße bitter machen.

Aber genau deswegen schreibe ich das hier, weil es eben nicht so weit kommen darf! Wir brauchen eine Kultur des Lebens und wenn wir jetzt nicht dafür auf-stehen, wer weiß ob wir dann in naher Zukunft überhaupt noch be-stehen.

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Eine Antwort to “Das negative Recht in doppelter Verneinung”

  1. alipius said

    „Wir brauchen eine Kultur des Lebens“

    Amen!

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