CONSERVARE

… Salz der Erde

Wie sinnvoll ist Internet-Fasten?

Posted by conservare - 18/02/2010

Mir ist aufgefallen, dass das Internet-Fasten bei mir überhaupt nicht sinnvoll ist, weil ich a) sowieso mit dem PC arbeiten muss und b) gerade die Fastenzeit eine Hochkonjunktur einläutet, in der die Menschen da draußen vermehrt das Internet nach christlichen Bräuchen ect. durchsuchen. Also ist es meines Erachtens ein falsches Zeichen für das Internet-Apostolat, um welches uns der Heilige Vater anhält, wenn ich mich nun komplett zurück ziehen würde. Noch dazu in so einer hellen medialen Aufregung rund um den Zölibat und der Kindesmissbräuche.

Ist es nicht so, dass das Fastenopfer richtig weh tun muss? Ist es nicht so, dass Gott mehr tiefgehendes Fasten als oberflächliches Fasten verlangt? Vielleicht ist es für manche Christen ja ein sehr tiefgehendes Opfer, auf ihre Scheuklappen – durch die sie ihr Leben angenehmer empfinden – zu verzichten? Schließlich muss man doch die Augen aufmachen um zu sehen. Und man muss den Heiligen Geist um die Gnade der Erkenntnis bitten. Nur so können wir erkennen, wie tief die Menschheit incl. das eigene Ego gesunken ist und wie weit sie von Gott abgefallen ist. Erneuerung und Reform setzt diese Erkenntnis, die in erster Linie eine Selbsterkenntnis sein muss, voraus. Die wichtigste Frage dazu muss sein: wie stehe ich vor Gott da; wie sehen mich die Augen Gottes? Das sind die ersten Eckpfeiler, um den eigenen Standpunkt ausmachen zu können. Erst wenn wir den verklärten Schleier lüften, sehen wir unsere Seele mit Schmutzflecken übersät. Dann heißt es, die Sünden, die man durch das Licht Gottes er-kannt hat auch zu bereuen und zu be-kennen. Die Buße und die Sühne müssen hinzukommen. Unbedingt.

Unseren Stolz müssen wir in Sack und Asche hüllen, um ihn zu erniedrigen. Wir müssen unseren Egoismus vom Thron stürzen und Jesus Christus darauf Platz nehmen lassen. Unser Herz müssen wir zerreißen um der Liebe Gottes willen!

Geht das alles besser, in dem man am Gebrauch des Internets spart? Ich denke da gilt es zu differenzieren zwischen dem sinnvollen und dem rein egoistischen oder gar süchtigmachenden Gebrauch.

Was ist ein sinnvoller Internet-Gebrauch? Na zum Beispiel das Lesen von katholischen Online-Nachrichten. Aber auch der Austausch mit Chat-Freunden, denn diese sind – nur weil sie weiter weg wohnen – nicht weniger Mensch als der Nachbar und auch sie haben Probleme, die man sich anhören sollte.

Das Apostolat im Internet ist ebenso sinnvoll wie wichtig – nicht für unser Ego, sondern für die Menschen in der Welt und somit auch für den Auftrag unseres Herrn. Im Apostolat sollte man nicht fasten, sondern wuchern. Ich denke nicht, dass Mutter Teresa in der Fastenzeit auf ihre Berufung verzichtet hat, um es einmal krass auszudrücken. Nun gibt es aber Menschen, die einen Teil ihrer Berufung im Internet-Apostolat sehen und diese Berufenen sind zahlreich. Gerade diese sollten in der sinnvollen Arbeit nicht fasten, sondern die Arbeit durch die erneuerte Gebetspraxis intensivieren, konkretisieren und somit frisch, fromm und fröhlich in den Dienst Gottes stellen.

Allerdings bin ich – wie schon angedeutet – weit davon entfernt das Internet-Fasten gänzlich abzukanzeln. Nein, es muss verhältnismäßig gesehen werden. Es gibt eben auch Christen, die so lange im Internet sind, dass sie ihre Gebete vernachlässigen und gleichsam von einer Sucht ergriffen wie gebannt vor der Kiste hocken. Hier gilt es ganz klar Verzicht zu üben. Selbiges gilt auch immer noch für das Fernsehen, auch wenn K-TV und EWTN so gute Beiträge bringen. Es kann jedoch sinnvoll sein, die wichtigsten Sendungen zu notieren um gezielt das Fernsehen nutzen zu können. Wir sollen die Güter dieser Erde uns untertan machen und nicht umgekehrt. So ist es durchaus möglich durch Internet und Fernsehen (vorausgesetzt sind die richtigen Sender und Webseiten) die Bildung im Glauben zu verbessern und sich zur Umkehr anregen zu lassen.

Da ich schon vom Konkretisieren gesprochen habe: Es ist gut, möglichst konkret zu werden um somit nicht den ganzen Tag im Internet verbringen zu müssen, weil man zu lange um den heißen Brei herum geredet und damit Unklarheiten heraufbeschworen hat. Wann gelingt so ein Umbruch, so eine Umkehr denn besser, als zur Fastenzeit? Ein mal bitte alles auf „Werkseinstellung: Taufe“ stellen. Ein paar Tage wirklich mal aufs Net verzichten und allein auf die Stimme Gottes lauschen, kann einen wahren Wandel im eigenen Internet-Auftritt bewirken. Online ist man im Idealfall ja immer nur mit GOTT. Laden wir Ihn jedes mal dazu ein?

Das ist Fasten fürs Internet-Apostolat: Reform der Arbeitseinteilung. Erneuerung des Auftretens und den unverzichtbaren Vorsatz alles nur für Gott, durch Gott und mit Gott machen zu wollen.

40 Tage gar nichts mehr von sich zu geben, ist wohl wirklich nur für jene Menschen geeignet, die ihre Berufung nicht unbedingt darin sehen, die Kirche im Internet zu verbreiten, sondern eben wo anders. Letztendlich ist es immer das gleiche Ziel, egal welchen Weg wir nach der Vorsehung Gottes einschlagen müssen.

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