CONSERVARE

… Salz der Erde

Ecclesia Militans

Posted by conservare - 09/03/2010

In der „streitenden Kirche“ sind all jene Christen vertreten, die jetzt; hier und heute in der Welt leben. In der Theologie spricht man von verschiedenen Eigenschaften der Kirche:

  • die Streitende Kirche (Ecclesia Militans), die aus den jetzt lebenden Christen besteht;
  • die Triumphierende Kirche (Ecclesia Triumphans), die die Verstorbenen im Himmel umfasst
  • die Leidende Kirche (Ecclesia Penitens oder Ecclesia Patiens)
  • die Hoffende Kirche (Ecclesia Expectans) oder
  • die Kirche im Fegfeuer (Ecclesia in Purgatorio) bestehend aus denjenigen Christen, die sich gerade im Fegfeuer befinden.

Unser geliebter Heiland und viele alttestamentliche Propheten, sowie die Apostel aus dem neuen Bund, zeigen uns in der Heiligen Schrift sehr deutlich die Tatsache auf, dass in der Welt stets ein Kampf tobt. Zwar nicht überall gleichzeitig, aber von Weltfrieden konnte man bis heute noch nie sprechen. Manchmal ist der Kampf eines Christen rein geistiger Natur. Manchmal ist es ein Kampf mit geistigen sowie körperlichen Angriffen. Geht es um die Kirche im Westen, so würde ich die aktuelle Ausprägung als einen rein geistigen Kampf beschreiben. Viele Menschen sagten mir nämlich schon, dass es noch nie so einfach war, seinen Glauben zu verlieren, wie in dieser Zeit. Besonders Europa spielt hier eine traurige Vorreiterrolle. Das wissen wir alle. Blicken wir jedoch auf unsere verfolgten Geschwister im Herrn, besonders in Ägypten, Saudi Arabien und Irak, würde ich dort mehr den doppelten Kampf verorten. Christen werden wie Wildtiere im offenen Gelände erschossen, einfach weil sie Christen sind. Es gehört eine ungeheure Glaubenskraft dazu, trotz der Aussicht ermordet zu werden, bei Christus zu bleiben.

Als streitende Kirche muss uns aber immer bewusst sein, was das Christliche Streiten überhaupt ist. Wir dürfen nie der Versuchung erliegen, die streitende Kirche weltlich auszuführen, denn dann sind wir keine Kirche, sondern einfach nur ein paar christlich angehauchte Draufgänger, die auf Ärger aus sind. Was bringt uns das? Es bringt uns nicht weit und es entfernt uns dafür aber umso weiter von Gott und Seiner Kirche. Unser Vorteil, unser Ansehen und unsere Rechthaberei muss da überwunden werden. Das christliche Streiten ist doch vor allem ein sachliches, ruhiges und beharrliches Streiten in Geduld. Vielleicht darf auch einmal der sogenannte „heilige Zorn“ entbrennen. In allererster Linie muss es ein Streit mit uns selber sein. Wir müssen stets wach sein und uns zur Wahrheit durchringen und auch mit uns um die Wahrheit ringen. Es gilt den eigenen blinden Fleck, der uns daran hindert die Wahrheit aus dem Heiligen Geist gänzlich anzunehmen, zu entdecken und mit Hilfe der zahlreichen Gnadengaben, die die Kirche uns übermittelt, sehend zu machen. Es gilt eine gute Wohnung für den Heiligen Geist zu werden und dafür müssen wir gar keine Methoden oder Strukturen erfinden, sondern uns Gott überlassen. Was natürlich nicht unbedingt einfacher ist, als Methoden zu erfinden – aber es ist hundertprozentig wirksamer ;-).

Das wäre also die erste Runde im Kampf und ich denke alles Weitere ergibt sich aus dieser ersten Runde. Man muss diesen Streit zu führen wissen und besonnen, aber nicht zu verkopft sein. Als Kinder Gottes brauchen wir Vertrauen zu Gott und wenn ich hier von einer ersten Kampfrunde spreche, dann sind die Liebe, der Glaube, die Hoffnung und das Vertrauen auf Gott die ersten Stufen in den Ring, die uns auch wieder hinein führen, wenn wir herausgefallen sind. Wer kann sich vorstellen nach einer Niederlage einfach liegen zu bleiben? Das Potential liegt doch nicht im Gewinn, sondern im „wieder Aufstehen“. Richtige Stehaufmännchen sind wir, wenn wir wie Kinder nach einem Fahrrad-Sturz am nächsten Tag wieder Fahrrad fahren. Muntere Kinder setzen sich sogar gleich nach der gröbsten Verarztung wieder aufs Rad.

Das sind nur ein paar Gedanken meinerseits. Die Waffen, mit denen wir zu kämpfen haben, sind jedenfalls sehr gut von Paulus beschrieben worden:

Epheser 6, 10-20

10 Und schließlich: Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn!
11 Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt.
12 Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.
13 Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt.
14 Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an
15 und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen.
16 Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen.
17 Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.
18 Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen,
19 auch für mich: dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden,
20 als dessen Gesandter ich im Gefängnis bin. Bittet, dass ich in seiner Kraft freimütig zu reden vermag, wie es meine Pflicht ist.

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