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… Salz der Erde

Hat Bischof Mixa Schüler verprügelt?

Posted by conservare - 03/04/2010

Um eines vorweg zu sagen: Ich schenke der Aussage von Bischof Mixa, nach der er die Schüler nicht verprügelt hat, Glauben. Grund dafür ist in erster Linie das Vertrauen, welches ich in diesen Bischof setze, der nicht einmal mein „eigener“ Zuständiger ist. Dieses Vertrauen speist sich aus verschiedenen Begebenheiten, allen voran der Tatsache, dass sich Bischof Mixa nicht erst seit gestern für Kinder und Familien einsetzt. Rührend einsetzt, wohlgemerkt. Desweiteren ist dieser Bischof nicht dumm. Er weiß wohl genau, dass er die Lage für sich persönlich noch wesentlich verschlimmern würde, wenn er öffentlich eine Tat leugnet.

Aber nur gesetzt den Fall, der Bischof hätte diese Damen damals wirklich geschlagen – was hält die potentiellen Opfer davon ab, sich mit ihm in ein Gespräch zu begeben? Nach den aktuellen Meldungen sind diese ja nicht dazu bereit mit dem Bischof unter vier Augen zu sprechen, weil er sie angeblich als Lügner darstellt. Falls das zutrifft, sollte man dann nicht viel mehr sagen: Jetzt erst recht, denn ich lasse mich nicht als Lügner hinstellen?

Ich möchte nichts beschönigen oder herunterspielen, aber Prügel zu erhalten ist schon ein massiver Unterschied hin zum sexuellen Missbrauch. In den 60er und auch noch in den späten 70er Jahren gab es die vom Staat abgesegneten Prügelstrafen innerhalb der Familie sowie in allen Formen schulischer Einrichtungen. Somit wären gleichsam viele Lehrer und Elternteile anno dazumal anzuklagen, wenn – ja wenn es damals nicht erlaubt gewesen wäre. Aber es war ja erlaubt und es war sehr weit verbreitet, die Kinder mit körperlichen Strafen zu züchtigen. Abgesehen davon, kann man heute jemanden für eine Tat verklagen, die zum Tatzeitpunkt nicht einmal gesetzeswidrig war, sondern weit verbreitet und üblich? Das würde mich doch sehr wundern.

Was hält also die potentiellen Opfer davon ab, mit dem potentiellen Täter in Kontakt zu treten, wenn es sich um Prügeleien handelte? Ich wette, dass es viele Erwachsene gibt, die damals von ihren Eltern oder ihren Lehrern geschlagen wurden, aber verweigern all diese Menschen auch ein Gespräch mit ihren Eltern oder ihren Ex-Lehrern, nur weil diese nicht zugeben, dass sie geschlagen haben?

Mein Fazit: Selbst wenn der Bischof zugeschlagen hätte – was ich nicht glaube – wäre das Verhalten der Geschädigten suspekt. Mindestens. Mehr noch kontraproduktiv für die Aufklärung – aber gerade die soll doch angeblich erfolgen. Oder doch nicht?

Was mir diesbezüglich aber mehr zu denken gibt, ist, dass die aktuellen Inhaber der Lufthoheit über den Kinderbetten immer so tun, als ob die gewaltfreie Erziehung heute gewährleistet wäre, nur weil körperliche Strafen per Gesetz verboten wurden. Das ist pure Augenwischerei und soll offenbar dem trojanischen Pferd das gefährliche Aussehen nehmen. Alle Menschen meiner Generation wissen, dass an die Stelle der körperlichen Züchtigung eine subtile psychische Konditionierung getreten ist. Das wissen „Loser“ ebenso wie die „Klassenclowns“ oder die „Streber“ und das wissen sogar die „Lieblinge“ und die „Schleimer“. Wenn sie ehrlich sind.

Nein, dieses Wissen kann nicht verborgen geblieben sein, denn es ist doch einfach zu offensichtlich. Mobbing ist nur ein Teil dieses Ganzen – und zwar der geringere Teil!

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4 Antworten to “Hat Bischof Mixa Schüler verprügelt?”

  1. Arminius said

    Die Reaktion des Bischofs ist jedoch nicht ohne Risiko. Sicherer wäre es gewesen zu sagen:
    Keine Ahnung, ob ich vor 30 Jahren einer 14jährigen Göre, die ich beim Rauchen erwischt habe, eine gescheuert habe. Damals war das jedenfalls nicht verboten. Heute, wo das nicht mehr erlaubt ist, rauchen die Mädels mit 12 und werden mit 16 schwanger. Vier Wochen später bringen sie dann in einer Abtreibungsklinik ihr ersten Kind um.

  2. Der Herr Bischof hat jetzt die PR-Strategie geändert, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren: http://www.fischfresse.de/2010/04/bischof-walter-mixa-gegen-vitali-klitschko/

    • conservare said

      Gut, dass sie ihre PR-Strategie nicht geändert haben, nicht wahr? So können sie immer sicher sein auf welcher Seite, bzw. in welchem Strom sie mit schwimmen.

      Aber mal im Ernst – ist es nicht langweilig immer in das gleiche Horn zu stoßen, an das schon Millionen Deutsche ihren Mund setzten? Das muss doch wie ein Zwang sein, denn wer nicht einmal gegen den Strom schwimmt, hat bei den anderen Schwimmern schlechte Karten. Wo bleibt denn da die Freiheit?

      Trotz allem und gerade deswegen wünsche ich ihnen ein schönes Osterfest – sofern sie Ostern feiern – und ich bete für sie.

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