CONSERVARE

… Salz der Erde

Ein Fall von Torschlusspanik?

Posted by conservare - 15/04/2010

Kaum legt sich die Diskussion um die angeblich eidesstattlich abgegebenen Aussagen gegen Bischof Mixa, da meldet sich schon eine weitere Frau und bezichtigt eben diesen Bischof dem mehrmaligen Austeilen von Ohrfeigen mit flacher Hand. Warum erst jetzt, wo es entlastende Aussagen einiger ehemaliger Heimkinder gibt, die Bischof Mixa in ein besseres Licht rücken? Passt dieses Licht wohl nicht zum Medienbild vom schrecklich jähzornigen reaktionären Prügel-Bischof?

Bischof Mixa ist bekanntermaßen ein „Hassobjekt“ mancher Politiker und Printmedien-Bosse und er ist sicherlich auch einigen seiner Kollegen ein Dorn im Auge. Ein wirklich klassisches Ziel. Bis heute lässt der Hagel an Beschuldigungen gegen den Bischof nicht nach, obwohl es keinerlei Beweise gibt. Auch unser wohlbekannter Pater Mertes, der sich erneut zu Wort melden wollte, legt noch einmal nach. Aber ist es nicht seine Aufgabe, als Geistlicher seinem Bruder in erster Linie Glauben zu schenken, wenn er seine Unschuld beteuert? Eigentlich geht man in unserem Rechtsstaat doch immer so lange von der Unschuld eines Menschen aus, bis dessen Schuld einwandfrei bewiesen wurde, oder? Um so schlimmer ist dann das Verhalten des Paters.

Nicht, dass ich Pater Mertes nun verachte und über ihm die Nase rümpfe. Nein, sein Verhalten macht mich einfach nur traurig.

Jetzt scheinen mir einige Leute wirklich unter der berühmten Torschlusspanik zu stehen. Man will einfach nicht, dass der mediale Sturm gegen die gesamte Kirche abklingt und so braucht man dringend noch mehr Skandale, weil die Zeit langsam zum Gegner wird. Auf keinen Fall darf Langeweile entstehen. Dafür kämpft man weiter und sucht nach mehr eidesstattlichen Erklärungen vermeintlicher Opfer. Egal ob die Anschuldigungen nun glaubwürdig sind oder nicht, Hauptsache die Schlagzeile existiert. Was einmal vom Volke gelesen wurde, verschwindet nicht so schnell aus den Köpfen, selbst wenn es eine dicke fette Lüge war. Dieses Phänomen kennen wir ja. Man nennt es gezielte Rufschädigung.

Und! Sicher sind Päderasten zu bestrafen, wenn sie sich an ein Kind vergriffen haben. Eventuell müssen auch pädagogisch Tätige bestraft werden, die in den 70ern heftiger zugeschlagen haben, als es damals der Staat selbst gebilligt hat. Ich bin hier ganz auf der Seite der Aufklärung solcher Verbrechen. Allerdings muss diese Aufklärung in allen Bereichen der Bundesrepublik geschehen und zwar sofort. Das heuchlerische Fingerzeigen auf die Kirche muss ein Ende haben, wenn es den Personen wirklich um die Opfer des sexuellen Missbrauchs geht. Ansonsten ist der Beschuss der Kirche nur ein weiterer Missbrauch des Missbrauchs! Ausnahmen bestätigen die Regel. Wie sollte man das ganze Szenario auch sonst nennen, wenn da plötzlich Leute in und außerhalb der Kirche die Missbrauchsfälle zum Anlass nehmen, um den Zölibat zu kritisieren bzw. das Frauenpriesterum zu fordern, obwohl es allein schon wegen der Statistik keinen Anlass zu so einer einmischenden Kritik gibt?

Aktuell läuft diese Aufklärung seitens der Medien häufig aus dem Ruder und wird zum blindwütigen Selbstläufer, der überall Bomben sieht und diese hochgehen lassen möchte. Dabei geht dieser Selbstläufer so weit, dass er die Bomben auch noch selber legt. Wer bis heute nicht merkt, dass die ganze Sache stinkt, der hat sich wohl schon an die neue Ideologie gewöhnt. Ich kann nur eines sagen: Macht euch frei davon! Nur die Wahrheit macht euch frei – die Ideologie engt euch ein und macht euch zu Sklaven der Dummheit.

Die Kirche Christi wird nicht untergehen. Amen.

PS: Lieber glaube ich an die Unschuld des Bischofs und weine, falls ich mich enttäuschen lassen muss, als dass ich einen Menschen von vornherein für schuldig halte.

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3 Antworten to “Ein Fall von Torschlusspanik?”

  1. Arminius said

    Aus verläßlicher Quelle wurde soeben bekannt, daß Claudia Fatima Roth in Kürze eine eidesstattliche Erklärung abgeben wird, in der sie bezeugt, selber ein Opfer von Bischof Mixa zu sein. Den genauen Vorwurf läßt sie zur Zeit noch durch die Redaktion der Süddeutschen erarbeiten.

    Ich selber versichere an Eides statt, durch jedes Photo von Claudia aufs Übelste gefoltert zu werden.

    • conservare said

      Das hättest du jetzt echt nicht schreiben dürfen… wenn das jemand von der Süddeutschen liest, dann haben die gleich ihre Inspiration für einen neuen Skandal.
      Wobei man ja immer noch daran zweifeln könnte, ob diese Reaktion schon weiß, dass man im Internet recherchieren kann.

      🙂

  2. Alfred said

    Als konservativer Katholik reicht mir das Verhalten von Mixa, den ich bisher immer unterstützt habe: Erst sagt er, er hat keine Gewalt angewandt, jetzt gibt er Watschn zu. Ich würde sagen: Sorry Herr Bischof, Sie haben gelogen. Das kann man nicht mehr verteidigen. Er sollte zurücktreten.

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