CONSERVARE

… Salz der Erde

Re: Papst und Leier

Posted by conservare - 20/05/2010

Im Thomas sein Abendland habe ich den für mich sehr lustigen Artikel „Papst und Leier“ gelesen, der mich geradewegs an meine eigene Zeit als „Neuheidin“ erinnerte.

Genau zu dieser Art Mensch, die Thomas in seinem Bericht trefflich beschreibt, gehörte ich vor einigen Jahren.

Eine Zeit lang hörte ich Pagan-Metal und verband das mit dem Besuch diverser Mittelaltermärkte, auf denen auch immer häufiger Pagan-Musik a la „Corvus Corax“ oder „Faun“ aufspielte. Aus heutiger Sicht darf ich mich da wirklich wundern, wenn man auf einem deutschen Mittelaltermarkt plötzlich eine Ode an Isis zu hören bekommt; oder eine Band auf der Bühne etwas über grimmige Zwerge ins Mikrofon brüllt.

Ich danke für diese Erkenntnis.

Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich nicht lange in der Neuheiden-Mittelalter-Szene war, da ich nach dem anfänglichen Hype bemerkte, dass Neuheidentum und Pagan-Metal nicht gut zum Mittelalter passen. So habe ich mich also damals gegen Mittelalter sowie Pagan-Metal, aber für Neuheidentum und Schamanismus entschieden. Auch nicht gerade besser oder klüger, aber sei es drum. Ich habe mich dennoch für kurze Zeit auf dem Gebiet des Reenactments herumgetrieben und begeisterte mich besonders für den ostfränkischen sowie für den slawischen Bereich (haha ;-)). Aber wie gesagt, meine Vorliebe für das Neuheidentum war dann einfach stärker und den Spagat wollte ich nicht länger ausführen. Ich suchte schließlich nicht nach einem Hobby, sondern nach Spiritualität.

Im Nachhinein bin ich – ohne Dreck auf meine alten Bekannten aus dieser Szene werfen zu wollen – sehr froh, dass mich die Suche nach der Wahrheit von da weg führte und mich letztendlich wirklich weiter gebracht hat. Die persönliche Suche nach Gott endet natürlich auch dann nicht, wenn man in die Katholische Kirche eingetreten ist. Da fängt das Ganze erst richtig an. Plötzlich erkennt man, dass das Christ-Sein Konsequenzen hat und dort macht man sich erst recht auf die Suche danach, Gott zu gefallen.

Was ich schon die ganze Zeit dachte, aber hier nie erwähnte: Thomas erinnert mich auf seinen Bildern sehr an einen Mann aus dem Kreise Köln, der sich ebenfalls mit dem Mittelalter beschäftigte, der aber damals auch ein bisschen heidnisch gefärbt war. Er war handwerklich geschickt; sehr musikbegeistert und sein Name fing übrigens auch mit „Tho“ an. Ob er heute auch noch heidnisch mittelaltermäßig ist, weiß ich nicht, der Kontakt ist abgebrochen. Es war aber ein herzensguter Mensch und seine Frau war mir auch eine gute Freundin. Daher muss ich immer schmunzeln, wenn ich Thomas‘ Bilder sehe. Die beiden sehen sich wirklich ähnlich.

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Eine Antwort to “Re: Papst und Leier”

  1. Danke für die Rückmeldung!

    Eins muß ich aber weit von mir weisen, nämlich handwerklich geschickt zu sein.

    Ansonsten sagt ein Freund von mir immer: „Mission ist überall!“

    und ich – ich lasse mir das Mittelalter nicht klauen!

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