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… Salz der Erde

Posts Tagged ‘Priester’

Wie können wir unseren Priestern helfen?

Posted by conservare - 03/07/2010

Diese Frage stellten gläubige Christen an Kardinal Meisner. Seine Antwort darauf, die ich heute in der sehr guten Zeitschrift „der Fels“ lesen durfte, ist genauso simpel wie anspruchsvoll – eben katholisch:

„Gehen Sie zu ihnen (den Priestern) beichten!“

Dort, wo der Priester nicht mehr Beichtvater ist, wird er zum religiösen Sozialarbeiter. Ihm fehlt dann die Erfahrung großer pastoraler Erfolge, wo er mitwirken darf, dass ein Sünder auch durch seine Hilfe den Beichtstuhl wieder als Geheiligter verlässt. (…) Ein Priester, der nicht häufig auf beiden Seiten des Beichtgitters anzutreffen ist, leidet auf die Dauer Schaden an seiner Seele und an seiner Mission.

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moralischer Morales

Posted by conservare - 18/05/2010

Ich wusste ja gar nicht, dass sich Evo Morales so sehr für das Priesteramt interessiert. Wie kommt er ansonsten denn darauf, von Benedikt XVI. die Aufgabe des Zölibats zu fordern?

Armer Evo – wird es dann doch nichts, mit dem Priestersein. Nun ja, ich bin ehrlich: im Moment habe ich da mehr Mitleid mit dem Heiligen Vater, der sich sowas wohl öfter anhören muss.

Heute fallen die Nachrichten teilweise so missverständlich aus, dass ich zum Beispiel beim Zulehner-Artikel schon eine gewisse Erfüllung meiner Erwartung sah, dass er endlich dem Protestantismus beigetreten ist und nun glücklich werden kann. Hey – warum sonst sollte er sich dermaßen für die hierarchischen Entscheidungen des EKD interessieren?

Meine lieben Leser, das sind typische Dawson’s Creek-Beispiele von: Falsches Fenster! Oder eben: Entschuldigen Sie, aber ich glaube, Sie haben sich in der Tür geirrt.

Heieiei…

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Erntedankfest Cha-Cha-Cha

Posted by conservare - 11/10/2009

Erntedank

Heute feierte meine Pfarrei eine Heilige Messe zur Danksagung – zum Erntedankfest! Der Gottesdienst war doch sehr feierlich mit Einzug in die Kirche, Kreuz, Blasmusik und Vatikan-Fahnen und natürlich der traditionellen Erntekrone aus Korn und Stroh. Und bis auf ein oder zwei winzige Abweichungen vom tatsächlich ordentlichen Ritus, war die Messe insgesamt auch sehr würdig!

Die Predigt war – zu meinem allergrößten Erstaunen – ein wahrer Augenöffner. Zumindest für mich. Wenn es möglich ist, versuche ich die Predigt mit der Erlaubnis des Pfarrers hier zu veröffentlichen.

So, das eigentliche Cha-Cha-Cha gab es dann allerdings nach dem Segen und dem „Großer Gott wir loben dich“. Unser Pfarrer bat die Gläubigen noch eine Weile sitzen zu bleiben (ja, bei uns muss man die Leute leider dazu bitten). Er ging dann zum Ambo und hielt eine kleine Zeitung in der Hand und machte auf einen Artikel darin aufmerksam. Die Zeitung ist unsere kleine regionale Dorfzeitung und darin wurde ein Artikel über unseren Pfarrer veröffentlicht. Es ging um einen „Streit zwischen Pfarrer und Kunst“ – so ähnlich lautete die Schlagzeile. Um nicht großartig ausholen zu müssen, erkläre ich kurz, dass die Gemeinde in diesem Jahr in unserer Ortschaft einen „Skulpturenweg“ anlegen hat lassen. Eine Skulptur wurde aber direkt vor einem Wegkreuz mit Corpus abgestellt. Darauf hin reagierte der Pfarrer, wie meiner Meinung nach ein guter Hirt reagieren sollte, mit Protest. Er ging nicht zur „Einweihung“ und gab auch öffentlich bekannt, dass er das so nicht akzeptieren kann. Die Kunst sei ja schön und gut, aber uns ist das Kreuz wichtiger und davor darf kein steinerner Eumel aufgestellt werden. Ganz verblüfft war ich über die klaren Worte, die unser Pfarrer da aussprach, als er schon damit fortfuhr, sich über eine weitere Begebenheit zu äußern. Er versteht es nämlich nicht, warum so viele Christen, von denen ein Teil Sonntags zur Messe geht und ein Teil im Pfarrgemeinderat sitzt, sich trotzdem bei der Kunsteinweihung zusammengefunden haben. Das verstehe ich allerdings auch nicht und hoffe, es war eher aus Unüberlegtheit, denn aus Absicht. Der Pfarrer bat daraufhin doch eindeutig Zeugnis für den Glauben und für das Kreuz abzulegen, damit selbiges nicht aus unserer Mitte verschwindet. Weder in der Ortschaft, noch in den Menschen.

Nach ein paar weiteren Sätzen, die dann mit pfarrei-internen Missverständnissen und Sticheleien zu tun hatten, schloss er mit der Aufforderung, dass wir uns alle in der Gemeinde eben für den Glauben einsetzen und miteinander reden, statt übereinander zu reden. Worauf ich einen mäßigen aber bestimmten Applaus vom Zaun brach.

Ich weiß, dass man von einem Pfarrer solche und ähnliche Reaktionen als selbstverständlich erwartet, aber heut zu Tage ist dies nicht selbstverständlich und ich finde, wir müssen unseren Priestern wirklich den Rücken stärken.
Das ist wahrscheinlich nicht biblisch, denn eigentlich sollen sie es sein, die uns stärken und uns lehren bzw. belehren. Aber wie sieht es bei uns aus? Die meisten Menschen können lesen und schreiben, das intellektuelle und finanzielle Niveau ist in den letzten Jahrhunderten in allen möglichen Gesellschaftsschichten gestiegen. Wir sind fähig uns selbst einen Katechismus und eine Bibel anzuschaffen. Gleichzeitig leben wir in einer Welt, in der nichts mehr Heilig zu sein scheint und wo auch Priester den Mut verlieren. Wenn wir intellektuellen Schäfchen jetzt aber alle so genau wissen, welche Aufgaben ein Priester hat und diese auch mutig in der Öffentlichkeit diskutieren, dann können wir ebenso mutig die Priester selbst liebevoll darauf aufmerksam machen und sie stärken. Wir können mit ihnen reden und unsere Besorgnis mitteilen. Wir können hinter ihnen stehen, als Heerschar! Und ja – wir können für unseren Priester beten, egal ob er einem lau erscheint – dann erst recht! Beten für den Priester, der im heutigen Europa nicht selten durch unsinniger Bürokratie und Management überlastet ist. Beten für den Priester, damit er seine Berufung in allen Zeiten auslebt, weil er letztendlich viel besser Bescheid weiß, als wir, egal was wir gelesen und gelernt haben. Beten für den Priester, damit er das Versprechen halten kann, welches er der Heiligen Katholischen Kirche gab. Denn eines ist klar – die Priester, die wir jetzt haben, brauchen wir genauso, wie die Priester, die uns der Herr in Zukunft auch schenken möge. Ohne Priester geht es nicht!

Daher danke ich heute einmal für eine ganz ungewöhnliche „Ernte“, nämlich für die Priester, die uns als Frucht der Berufung durch Gott gegeben wurden. Deo Gratias!

Posted in Aus der Kirche, Priesterjahr 09/10 | Verschlagwortet mit: , , , , , | 4 Comments »