CONSERVARE

… Salz der Erde

Posts Tagged ‘Priesterjahr 09/10’

Der Zölibat und die Konzilsanerkenner

Posted by conservare - 14/03/2010

Längst wissen wir, dass die sogenannten „Konzilsanerkenner“ in ihrer Anerkennung nicht die eigentlichen Dokumente einbeziehen, sondern vielmehr einen ominösen Geist des zweiten Vatikanischen Konzils. Man darf bei Gruppierungen wie etwa „Wir sind Kirche“ oder den „Heiner Geißler Fanclub“ Zeuge davon werden, wie sehr sich Buchstabe und Geist doch auseinanderleben können.

Das beste Beispiel ist aktuell einfach der Zölibat: Von vielen Menschen gehasst. Von vielen Katholiken sogar ohne Mühe zum Verständnis abgekanzelt und für alle Missstände in der Kirche verantwortlich gemacht. Da tut es ja regelrecht gut, solche Worte von Benedikt XVI. zu lesen, nachdem sich zwei Bischöfe sehr – nun ja, sagen wir einmal antikonziliar über den Zölibat ausgedrückt haben.

Ist dies nur ein Aspekt der postmodernen Diktatur des Relativismus? Sicher auch, aber nicht nur. Es ist vor allem eine Verweigerung gegenüber des Gebetes – wie ich weiter unten nachweisen werde.

Aus den Dokumenten des II Vatikanischen Konzils
DEKRET PRESBYTERORUM ORDINIS
ÜBER DIENST UND LEBEN DER PRIESTER

16. Die Kirche hat die vollkommene und ständige Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen, die von Christus dem Herrn empfohlen
33, in allen Jahrhunderten bis heute von nicht wenigen Gläubigen gern angenommen und lobenswert geübt worden ist, besonders im Hinblick auf das priesterliche Leben immer hoch eingeschätzt. Ist sie doch ein Zeichen und zugleich ein Antrieb der Hirtenliebe und ein besonderer Quell geistlicher Fruchtbarkeit in der Welt
34. Zwar ist sie nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche
35 und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt. Wenn diese Heilige Synode dennoch den kirchlichen Zölibat empfiehlt, will sie in keiner Weise jene andere Ordnung ändern, die in den Ostkirchen rechtmäßig Geltung hat; vielmehr ermahnt sie voll Liebe diejenigen, die als Verheiratete das Priestertum empfingen, sie möchten in ihrer heiligen Berufung ausharren und weiterhin mit ganzer Hingabe ihr Leben für die ihnen anvertraute Herde einsetzen
36. Der Zölibat ist jedoch in vielfacher Hinsicht dem Priestertum angemessen. Die priesterliche Sendung ist nämlich gänzlich dem Dienst an der neuen Menschheit geweiht, die Christus, der Überwinder des Todes, durch seinen Geist in der Welt erweckt, die ihren Ursprung „nicht aus dem Blut, nicht aus dem Wollen des Fleisches noch aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gott“ (Joh 1,13) hat. Durch die Jungfräulichkeit und die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen
37 werden die Priester in neuer und vorzüglicher Weise Christus geweiht; sie hangen ihm leichter ungeteilten Herzens an
38, schenken sich freier in ihm und durch ihn dem Dienst für Gott und die Menschen, dienen ungehinderter seinem Reich und dem Werk der Wiedergeburt aus Gott und werden so noch mehr befähigt, die Vaterschaft in Christus tiefer zu verstehen. Auf diese Weise bezeugen sie also vor den Menschen, daß sie sich in ungeteilter Hingabe der ihnen anvertrauten Aufgabe widmen wollen, nämlich die Gläubigen einem Mann zu vermählen und sie als keusche Jungfrau Christus zuzuführen
39; so weisen sie auf jenen geheimnisvollen Ehebund hin, der von Gott begründet ist und im anderen Leben ins volle Licht treten wird, in welchem die Kirche Christus zum einzigen Bräutigam hat
40. Darüber hinaus sind sie ein lebendiges Zeichen der zukünftigen, schon jetzt in Glaube und Liebe anwesenden Welt, in der die Auferstandenen weder freien noch gefreit werden
41. Der so im Geheimnis Christi und seiner Sendung begründete Zölibat wurde zunächst den Priestern empfohlen und schließlich in der lateinischen Kirche allen, die die heilige Weihe empfangen sollten, als Gesetz auferlegt. Diese Heilige Synode billigt und bekräftigt von neuem das Gesetz für jene, die zum Priestertum ausersehen sind, wobei ihr der Geist das Vertrauen gibt, daß der Vater die Berufung zum ehelosen Leben, das ja dem neutestamentlichen Priestertum so angemessen ist, großzügig geben wird, wenn nur diejenigen, die durch das Sakrament der Weihe am Priestertum Christi teilhaben, zusammen mit der ganzen Kirche demütig und inständig darum bitten. Das Konzil mahnt daher alle Priester, die im Vertrauen auf Gottes Gnade in freier Entscheidung nach Christi Vorbild den Zölibat auf sich genommen haben, ihm großmütig und mit ganzem Herzen anzuhangen und treu in diesem Stand auszuhalten in der Erkenntnis der hohen Gnadengabe, die ihnen vom Vater gegeben wurde und die der Herr so offenkundig gepriesen hat
42. Sie sollen dabei immer jene Geheimnisse vor Augen haben, die durch sie bezeichnet werden und ihre Erfüllung finden. Und je mehr in der heutigen Welt viele Menschen ein Leben in vollkommener Enthaltsamkeit für unmöglich halten, um so demütiger und beharrlicher werden die Priester und mit ihnen die ganze Kirche die Gabe der Beständigkeit und Treue erflehen, die denen niemals verweigert wird, die um sie bitten. Zugleich werden sie alle übernatürlichen und natürlichen Hilfen anwenden, die jedem zur Verfügung stehen; sie sollen vor allem die durch die Erfahrung der Kirche bewährten aszetischen Verhaltensweisen, die in der modernen Welt nicht weniger notwendig sind, befolgen. So bittet diese Heilige Synode nicht nur die Priester, sondern alle Gläubigen, sie möchten sich die kostbare Gabe des priesterlichen Zölibates ein wirkliches Anliegen sein lassen, und alle mögen Gott bitten, daß er dieses Geschenk seiner Kirche stets in Fülle zukommen lasse.

Der letzte Abschnitt wurde von mir besonders hervorgehoben, um zu verdeutlichen wie ein Katholik dem Zölibat gegenübertreten sollte: Nämlich mit dem Gebet für die Einhaltung desselben. Nun fragt euch selbst: Jemand, der gegen den Zölibat auftritt, soll gleichzeitig dazu fähig sein für dessen Einhaltung zu beten? Wie war das mit dem Reich, das in sich gespalten ist?

O liebende Mutter Maria,
Mutter der Priester,
nimm Dir Deinen Sohn zu Herzen,
der Dir durch seine Priesterweihe nahe ist
und durch die Kraft, die er empfangen hat,
um das Werk Christi fortzuführen in
einer Welt,
die ihn so sehr braucht.
Sei sein Trost,
sei seine Freude,
sei seine Stärke,
und hilf ihm vor allem,
das Ideal der Gott geweihten Ehelosigkeit
zu leben und zu verteidigen.
Amen.

Die Kirche bittet uns gerade für dieses Anliegen um das Gebet. Vor allem und ausgerechnet in einer Zeit, in der die Menschen den Sinn und Zweck der Ehelosigkeit nicht mehr verstehen. Die Menschen verstehen aber auch nicht mehr den Sinn einer Ehe und deswegen bricht gleichzeitig mit dem Unverständnis und der Lauheit gegenüber der Ehe auch Unverständnis gegen die keusche (!) Ehelosigkeit aus. Beides bedingt sich in gewisser Weise und dient als Spiegel der weltlichen sowie der kirchlichen Gesellschaft. Nebenbei bemerkt, sind es fast nur noch Priester und Homosexuelle, die man unbedingt in die Ehe schieben möchte; während man Eheleute dazu anhält öfter mal fremd zu gehen oder sich scheiden zu lassen. Und mal ehrlich – meint Heiner Geißler und Co. eigentlich wirklich die Ehe, oder reden all diese Leute insgeheim nicht eher vom Konkubinat? Ich finde das ist eine berechtigte Frage.

Es gehört jedenfalls eine gute Portion Demut dazu, der Kirche so viel Vertrauen zu schenken, dass man ihre Satzungen beachtet und für die Einhaltung aller Weisungen betet, selbst wenn es um den Zölibat geht.

Advertisements

Posted in Aus der Kirche, CIA - Chaos in Aktion, Priesterjahr 09/10 | Verschlagwortet mit: , , , , , , , | 3 Comments »

werde Priester und werde es ganz

Posted by conservare - 10/12/2009

Erzbischof Ludwig Schick sagte einmal anlässlich zu einer Priesterweihe:

Der Priester muss nicht ein Entertainer, Organisator und Mädchen für alles sein,
sondern ein Mann Gottes, bei dem man Gott spürt

Unerlässlich sei, dass der Priester vor allem ein betender Mensch sei, der immer mit
Christus verbunden bleibe.

Willst du ein Leben voller Glück und Glanz,
werde Priester und werde es ganz.
Willst du ein Leben voller Druck und Alp,
werde Priester und werde es halb.

In diesem Sinne: frisch, fromm, fröhlich und frei ans Werk

Posted in Priesterjahr 09/10 | Verschlagwortet mit: , , | Leave a Comment »

„ich habe gesehen, dass mein Gebet nicht vergebens war“

Posted by conservare - 16/11/2009

Erinnerung an Dr. P. Alexander Zatyrka SJ

Eine Berufungsgeschichte

Aus der Zeitung der Gemeinde Gaimberg „Sonnenseiten“ (Ausgabe Dezember 2003).
Dokumentiert von – und mit freundlicher Genehmigung – meiner lieben Bekannten Elisabeth.

Wie viele schon wissen, hatte P. Alexander die vergangenen drei Sommer die Urlaubsvertretung für
unseren Hr. Pfarrer Otto Großgasteiger über. Viele Gaimberger und auch Nußdorfer
haben ihn näher kennen und auch schätzen gelernt. Nun ist er wieder in seine Heimat Mexico zurückgekehrt
und hat uns zum Abschied näheres über sich und seine Heimat erzählt:

Ich bin am 10. Juli 1960 in Greenfield, Massachusetts geboren. Mein Vater hieß Joseph Paul Zatyrka und war auch
dort geboren. Seine Eltern sind 1914 aus der Ukraine nach Amerika gekommen. Meine Mutter – in Yucatán geboren –
hieß Myriam Pacheco. Ihre Familie kam vierhundert Jahre früher aus dem Baskenland und aus Portugal nach Amerika.
Als ich zweieinhalb Monate alt war, sind meine Eltern nach Yuchatàn in Mexico umgezogen. Ich bin der älteste Sohn.
Als ich zweieinhalb Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden. Beide haben noch einmal geheiratet.
Ich habe einen Bruder von Mutters zweiter Ehe und zwei Schwestern und einen Bruder aus der zweiten Ehe meines
Vaters. Ich habe zu meinen Stiefgeschwistern eine gute Beziehung. Eine meiner frühesten Erinnerungen ist
die an mein Kindermädchen „Cristi“. Sie kam aus dem Stamm der Maya und ich erinnere mich gerne an ihre „Hipil“
– ein langes, weißes Hemd, das die Maya Indianerinnen tragen – an ihre Zärtlichkeit, an ihre Stimme. Ich glaube,
ich habe ihre Sprache – Maya – früher sprechen gelernt als Spanisch. Seither ist mein Leben mit dem der
Indianer sehr verbunden. Mein Lieblingsurlaubsort war immer ein kleines Dorf – Tekax – dorthin sind wir
immer gefahren. Dort habe ich auch heute noch Freunde, Brüder und Schwestern. Von ihnen habe ich die
Gnade bekommen, einen tiefen Glauben zu leben. Dort habe ich auch meinen Ruf zum Dienst an Gott gehört.

Als ich sieben Jahre alt war sind wir nach Mexico City umgezogen. Dort habe ich die Volksschule und dann das
Gymnasium besucht. Schon während der Gymnasialzeit habe ich mit einem neuen Indianervolk gearbeitet. Es waren
Nahuatl, der gleiche Stamm wie die Azteken. Ich habe u. a. auch in einer forstwirtschaftlichen Genossenschaft
gearbeitet. Früher haben die Leute ihr Holz an einen Zwischenhändler verkauft und nur sehr wenig verdient. Wir
konnten es direkt dem Einkäufer verkaufen. Natürlich hat das die Zwischenhändler geärgert. So wurden wir
bedroht. Es war das erste mal, dass ich Verfolgung und auch Angst erlebt habe. Für die Indianer ist das allerdings
ein tägliches Erlebnis. So habe ich mich entschlossen Landwirtschaft zu studieren. Ich habe mich auch für die
Indianer entschieden. Als ich meine Studien (Agraringenieur) beendet hatte, bin ich als Laienmissionar
nach Südamerika gegangen. Ich habe als Entwicklungshelfer in der Landwirtschaft in Bolivien
gearbeitet. Vier Jahre habe ich mit dem Quechuavolk gelebt. Ich war Lehrer an einer Landschule. Am Wochenende
arbeitete ich in der Pastoral. Ich habe als Christ dort einen lebendigen und starken Glauben gelebt.
Ich wollte meinen Glauben dem Volk der Quechua näher bringen. Schwierig war es für mich, die Kultur dieses
Volkes kennen zu lernen. Die Quechua sind Fremden gegenüber sehr misstrauisch, weil sie von den
Ausländern viel Leid erfahren mussten. So sah ich mich gezwungen etwas zu machen, um ihr Vertrauen zu gewinnen.
Ich brauchte sechs Monate um einen freundschaftlich gesinnten Menschen zu gewinnen, dann wurde ich zu
einem Fest eingeladen. Dieses Fest dauerte vier Tage und fand auf einer großen Wiese in viertausend Metern
Höhe statt. In der Mitte der Wiese brannte ein Feuer, das ständig mit Holz und Zweigen angefacht wurde. Die
Leute bildeten einen Kreis und tanzten dabei ständig. Und nun war ich einer, der mit ihnen getanzt hat. Nach
diesem Fest öffneten mir viele Quechua ihr Herz und ich gewann ihr Vertrauen. Ich habe an mehreren religiösen
Feierlichkeiten teilgenommen, bei denen man die Anwesenheit Gottes erleben konnte. Die Quechua haben
mir ein neues Gottesbild vermittelt. Sie haben ein starkes Gefühl für Gemeinschaft. Man dürfte von einer kollektiven
Identität sprechen. Ich beschreibe das mit den Worten: „Ich sind: wir bin“. Das bedeutet: Es gibt kein
Ich ohne Wir und umgekehrt. Ihre Verbindung mit Gott ist ein gemeinschaftliches Erlebnis. Die Quechua verstehen
die Welt als eine große Familie.

Es gab keinen Priester in unserer Pfarrei. Deshalb hat der Bischof uns Laienmissionare
zur Pastoralarbeit eingeladen. Mit dieser Aufgabe habe ich die Gemeinschaften des dortigen Indianervolkes der
Quechua besucht. Diese Erfahrungen verwandelten meine Einstellung diesem Volk gegenüber und gaben mir
einen Plan für mein künftiges Leben. Ich fühlte, dass ich meine Berufung zum geistlichen Dienst durch das
Quechuavolk bekommen habe. Deshalb haben sie auch heute noch eine spezielle Stelle in meinem Herzen.
Ich wäre gerne dort geblieben um mit ihnen zu arbeiten. Aber leider ist meine Mutter krank geworden und
ich musste zurück nach Mexico City. Dort bin ich in die Gesellschaft Jesu (Jesuiten) eingetreten.
Während meiner jesuitischen Ausbildung und theologischen Studien in den 90er Jahren habe ich sechs Jahre in
Chiapas mit dem Tzeltalvolk das Leben geteilt. 1997 ist meine Mutter gestorben und im April 1999 mein Vater.
Sie konnten also beide nicht mehr meine Priesterweihe am 29. Mai 1999 an der Iberoamericana Universität in
Mexico City erleben. Meine Primiz feierte ich am Dreifaltigkeitssonntag, 30. Mai 1999 in der St. Ignatius Kirche
in Mexico City. Mein Provinzial schickte mich dann für das Doktorat nach Innsbruck. So war ich also für drei
Jahre in Tirol und einen Teil davon auch in Osttirol.

Etwas ganz Schönes und auch Wichtiges in meiner Berufungsgeschichte möchte ich noch erzählen.
Während meines dreiwöchigen Aufenthaltes in Gaimberg im Sommer 2002 habe ich neben meinen Studien und
meiner Pastoralarbeit auch einen einmonatigen Aufenthalt in der Ukraine vorbereitet, geplant und organisiert.
(Danke Elisabeth für das Telefon und Internet!!) Ende August 2002 flog ich nach Moskau und von dort nach Kiew.
Ich wollte so gerne die Heimat meiner Großeltern kennen lernen. Dass es so weit gekommen ist, habe ich vielen
wunderbaren Fügungen Gottes zu verdanken.
So machten wir vom Jesuitenkolleg in Innsbruck einmal einen Ausflug nach Neuschwanstein, die
bayrischen Königsschlösser zu besichtigen. Im Bus dorthin saß auch ein Mann aus der Ukraine. Er wunderte
sich über meinen russischen Schreibnamen, obwohl ich aus Mexico bin. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte
mir von einem Bekannten (Universitätsprofessor in Litauen), der sich in der Gegend um Lemberg und Tschernobyl
gut auskennt. Ich wusste ja gar nicht, wo genau ich nach meinen Vorfahren suchen sollte. Nach langen und
spannenden, detektivischen Arbeiten, auch von Jesuitenmitbrüdern in Russland, fanden wir einen kleinen Ort, der
mir aus Erzählungen in meiner Kinderzeit bekannt vorgekommen ist (See, Teppichknüpfen, …). Nach vielen
Abenteuern kamen wir Mitte September dort an. Am Dorfeingang trafen wir eine Frau, die uns zum Friedhof führte.
Für mich war es ein tiefes Erleben, die verfallenen Grabhügel und Grabsteine mit dem Namen Zatyrka zu sehen.
Diese Frau erzählte uns von einer 96 Jährigen, die in diesem Dorf wohne – wenn wir wollen, würde sie
uns dorthin begleiten. Wir kamen zu dem alten Haus, meine Begleiter übersetzten den Grund unseres Besuches.
Da begannen ihre Augen zu strahlen und sie erzählte, dass sie als kleines Mädchen beim Abschied meiner Großeltern
aus der Ukraine (vor 88 Jahren!) dabei gewesen sei. Und sie erzählte so viel und lange und wusste trotz ihres
hohen Alters noch manches ganz genau. Dann fragte sie mich über mein Leben, meine Familie, meine Frau und
meine Kinder … Meine Freunde übersetzten ihr, dass ich keine Familie hätte, dass ich ein „Priestermönch“ sei.
Und dann begann sie heftig zu weinen, sie war ganz außer sich. Als sie sich beruhigt hatte, sagte sie zu mir:
„Deine Großmutter hat meine Eltern und mich beim Abschied gebeten, dafür zu beten, dass jemand aus der
Familie Zatyrka katholischer Geistlicher werden möge. Und ich habe darum mein ganzes Leben lang gebetet.
Und nun bist du da, und ich habe gesehen, dass mein Gebet nicht vergebens war. Und nun bin ich so glücklich
und froh – ich könnte jetzt vor Freude sterben! Danke, danke guter Gott!!“
Ich war so erschüttert, dass ich nur an die Stelle aus dem Lukasevangelium (LK 2, 25 – 32) denken konnte.

Vieles in meiner Berufungsgeschichte sehe ich nun in einem anderen Licht, es ist vieles durch diesen Besuch „bei
meinen Ahnen“ tiefer und bedeutsamer geworden. Und ich danke Gott für dieses Erlebnis noch heute!

Ein kleiner Einblick in die Doktorarbeit (Dissertation) Der Titel ist: Inkulturation der christlichen Ämter
in die indianischen Kulturen von Amerika. Fallstudien in den Tzeltal und Quechua Kulturen.
In den letzten Jahren fand der Begriff „Inkulturation“ seinen Platz im theologischen Jargon. Heute sprechen viele
Theologen über das Für und Wider von Inkulturation. Es entwickelten sich mitunter widersprüchliche Auffassungen
dieses Ausdrucks Vorwiegend herrscht die Meinung, dass Inkulturation „Übersetzung“ bedeutet.
Man müsste die christliche Botschaft in verständliche Bezeichnungen für eine fremde Kultur übersetzten. Einige
Forscher denken, dass die Inkulturation am besten von Pastoralarbeitern geleistet werden soll. Sie sollen
mit den indianischen Völkern leben und arbeiten, um so ihre Kultur verstehen zu können. In letzter Zeit
hört man mehr und mehr, dass Inkulturation ein Prozess ist, der am besten von den Indianern selbst
vorangetrieben werden muss. Sie inkulturieren den christlichen Glauben jeden Tag durch ihr Leben und ihre
Arbeiten in ihrem Kontext (=Einheit).Fast alle Studien, die sich mit Inkulturation beschäftigen, können
in drei große Gruppen eingeteilt werden. Eine dieser Gruppen entspringt der Mentalität des „New Christendom“,
deren Sorge es ist, eine „christliche Zivilisation“ zu bauen. Hier findet man Bewegungen wie „Evangelisation
2000“, Foccolare, charismatische Erneuerung, „Neo-Katechumenat“, und andere Laienbewegungen.
Die Idee ist, eine Zivilisation auf dem Fundament der Religion zu bauen, wobei angenommen wird, dass man
eine Religion finden kann, die von jeglicher Kultur unvoreingenommen ist. Mit ihrer Hilfe könnte man eine
universelle christliche Zivilisation errichten, die von allen akzeptiert wird. Darum legen diese
Bewegungen einen sehr starken Nachdruck auf Gleichförmigkeit (Liturgie, Sprache, Lieder, usw.) und haben
auch großen Zuspruch. Als andere Annäherung ist die „inkulturierte Pastoralpraxis“ genannt worden. Ihre
Verfechter finden,dass inkulturierte Pastoralpraxis eine historische Kirchenpraxis ist. Vom dogmatischen
Standpunkt aus, ist sie auf das Geheimnis der Menschwerdung und der allgemeinen Erlösung gegründet.
Ihre wichtigste Sorge ist die Anpassung der christlichen Botschaft an verschiedene Pastoralgebiete,
z.B., Ausbildung, Sozialsorge, Menschenrechte, Familienämter, Jugendarbeit, usw. Die Hauptträger wären
sensibilisierte Pastoralarbeiter. Der Nachdruck liegt auf der Evangelisation der Kulturen, was Inkuluration
meint. Die christliche Botschaft soll jeder Kultur helfen, ihre menschliche Reife zu finden. Es gibt eine dritte
Annäherung, die so genannte „inkulturierende Gemeinschaft“. Sie ist auf der traditionellen und fruchtbaren
Praxis verschiedener Gruppen und Ämter gegründet. Mit ihrem sensus fidei (=Gespür für Kirche) haben diese
Gemeinschaften das christliche Kerygma (=Verkündigung) aufgenommen und haben ihre eigenen Glaubensformen
produziert. Jede Gemeinschaft hat spontan ihre Erwiderung zum Evangelium entwickelt. Die Erwiderung enthält
indianische Symbole und Praktiken. Sie helfen den Leuten sich mit der transzendentalen Erfahrung des Evangeliums
zu vereinigen. Deshalb kann man sie eine Religion (religare, wieder binden) nennen. Von einem dogmatischen
Standpunkt aus, ist „inkulturierende Gemeinschaft“ auf dem Pfingstereignis gegründet. Pfingsten ist das
Grundereignis der Kirche. Seither hat der Heilige Geist jeder Person und Kultur die Stärke gegeben, ein Zeuge
Christi zu werden. Der Heilige Geist ist das Herz des Inkulturationsprozesses. In meiner Fallstudie werde ich mich
von diesem letztgenannten Gesichtspunkt aus annähern. Der Heilige Geist, der in allen indianischen Kulturen
anwesend ist, hat diese Kulturen in der Heilsgeschichte situiert (in die richtige Lage gebracht). Sie waren vorbereitet
die christliche Botschaft zu hören und zu akzeptieren. Sie haben die Gnade von Gott bekommen in der
Universalkirche ein neues Verständnis der Botschaft einzubringen.

Anmerkung der Redaktion:
Pater Alexanders Doktorarbeit umfasst 1000 Seiten und ist in fünf Bände gebunden.
Sein zukünftiger Wirkungsbereich wird an der Theologischen Fakultät,
Colegio Máximo de Christo Rey in Mexico City sein.

Wir wünschen Pater Alexander alles
Gute und Gottes Segen.

Von Elisabeth Klaunzer

Hirt-Schaf

„Der gute Hirte und das verlorene Schaf“;
die letzte „Arbeit“ von Pater Alex in Gaimberg.

Posted in Priesterjahr 09/10 | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Geistige Mutterschaft

Posted by conservare - 28/10/2009

Ich habe es hier schon erwähnt. Das Heft „Eucharistische Anbetung zur Heiligung der Priester und geistige Mutterschaft“ ist nur zu empfehlen. Einige Kommentatorinnen haben es auch schon bestätigt.

Und jetzt möchte ich ein bisschen näher auf dieses Heft und den Inhalt eingehen.

Also erstens: Es ist kostenlos bei Kirche in Not (siehe Link) bestellbar, nur ab 10 Exemplare aufwärts muss man die Bestellung telefonisch abgeben. Dürfte kein Problem sein und das ist es wirklich wert. Ich kann es nicht empfehlen 50 Heftchen zu bestellen und die in der Pfarrkirche am Schriftenstand auszulegen. Lieber nicht. Fangt klein an. Bestellt mal so fünf, sechs oder zehn Stück und verteilt die an Bekannte, Verwandte, Freunde. Was ich noch besser finde: Wenn ihr in der Nähe eines Klosters wohnt, dann schenkt den Schwestern dort doch ein paar Broschüren. Ich bin sicher, auch da gibt es Frauen, die mit so einer Mutterschaft etwas anfangen können. Noch dazu wo es zu unserer Tradition gehört, dass in Klöstern sehr viel für Berufungen und Priester gebetet wird.

Zur Einstimmung, quasi als Appetizer möchte ich die Seite 12 hier abtippen.

Wer kann eine Geistige Mutter für die Priester sein?
Um geistige Mutter für Priester zu sein, muss eine Frau nicht leibliche Mutter eines Priestersohnes sein. Unabhängig von Alter und Stand können alle Frauen, also Unverheiratete, Familienmütter, Witwen, Ordensfrauen und Gottgeweihte und vor allem jene, die ihre Leiden in Liebe aufopfern, zu geistigen Müttern für die Priester werden. Selbst einem Kind, das weder lesen noch schreiben konnte, der seligen Jacinta von Fatima, dankte kein Geringerer als Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 2000 für ihre Hilfe in seiner universalen Hirtenberufung: „Ich drücke meine Dankbarkeit auch der seligen Jacinta gegenüber aus für die Opfer und Gebete, die sie für den Heiligen Vater dargebracht hat, den sie so sehr leiden gesehen hat.“
Natürlich sind Männer von der Mithilfe für die Berufungen und für die Heiligung der Priester keinesfalls ausgeschlossen; haben wir doch alle diese Berufung, dabei mitzuwirken! In dieser jetzigen Zeit bedarf es ja mehr denn je unser aller Unterstützung, damit die Priester sich in der Treue zu ihrer Berufung heiligen.

Wie hilft eine geistige Mutter den Priestern?
Für den, der sich innerlich entschlossen hat: „Ich möchte Gott mein ganzes Leben für die Heiligung der Priester schenken!“, ist es natürlich nicht möglich, immer konkret an diese geistige Mutterschaft zu denken. Das übernimmt dann Jesus, dem z.B. eine Familienmutter ihren Alltag mit all seinen Freuden, Pflichten und Verzichten zum geistigen Geschenk für die Priester macht.
Auch ein kurzes Gebet im Augenblick der Hl. Kommunion, bewusst für einen Priester gebetet, ist eine konkrete Gabe; oder wenn man einmal eine Stunde still bei Gott vor dem Allerheiligsten ist, den Rosenkranz betet und ihm diese Zeit der Anbetung für Priester schenkt, die beim heutigen Priestermangel oft so sehr mit pastoralen und administrativen Aufgaben überlastet sind, dass sie meinen, keine Zeit mehr für das persönliche, stille Gebet zu haben. Besonders wertvolle Hilfen für ein Priesterleben sind natürlich die geistigen Opfer: wenn eine geistige Mutter für die Priester z.B. bewusst darauf verzichtet, sich von Gott geliebt zu erleben oder getröstet vom Gebet wegzugehen, damit ein Priester diese Liebe und diesen Trost spürbar erleben darf; oder wenn man Einsamkeit und Trockenheit, Demütigungen und Verletzungen, Prüfungen und Versuchungen der Welt, die sehr wohl auch Priester kennen, stellvertretend in Liebe trägt. Auch eine Krankheit oder ein körperlicher Schmerz, im Geist des Glaubens und mit Geduld ertragen, kann zu einer kostbaren Gnadenquelle für Priester werden.
Die ergreifenden Beispiele heiliger Mütter für die Priester, die in der Broschüre beschrieben werden, sollen uns ermutigen, viel lebendiger an die Macht der unsichtbaren, aber ganz reellen geistigen Mutterschaft für die Priester zu glauben. Sie zeigen, dass Gebet und verborgene Opfer aus Liebe und in übernatürlicher Gesinnung eine mächtige und erfahrbare Auswirkung für die Priester haben.

Soweit Seite 12, die schon mal einen sehr guten Einblick in die Dichte dieses Themas erlaubt.
Im weiteren Verlauf der Broschüre gibt es dann noch „Tipps“ zur Verwirklichung so einer Mutterschaft, sowie Beispiele aus dem Leben anderer geistiger Mütter, die zum Teil jetzt unter den Heiligen und Seligen unserer Kirche verehrt werden.

Da finden wir den hl. Pius X., mit dem berühmten Zitat: „Jede Priesterberufung entspringt dem Herzen Gottes, geht aber durch das Herz einer Mutter!“

Den hl Augustinus, der ohne seiner Mutter, die Hl. Monika, wohl heute für die Kirche nicht das wäre, was er ist. Wie er das auch selber sagt: „Was und wie ich geworden bin, verdanke ich meiner Mutter!“

und weitere zahlreiche Vorbilder, unter anderem: Eliza Vaughan, sel. Maria Deluil Martiny, sel. Alessandrina da Costa, Consolata Bertone.

Auch für einen Papst kann man eine geistige Mutter sein – besonders in der heutigen Zeit kann unser Heiliger Vater in Rom einige Gebete mehr gebrauchen.

Posted in Priesterjahr 09/10 | Verschlagwortet mit: , , , , | 3 Comments »

Gebete zum Priesterjahr 09/10

Posted by conservare - 06/10/2009

PfrVonArs

Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für unsere Priester.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *


Gebet für das Priester-Jahr 2009/2010

Herr Jesus Christus,
du hast der Kirche im heiligen Jean-Marie Vianney
ein bewegendes Ebenbild deiner pastorale Fürsorge
schenken wollen. Hilf uns, dieses Priesterjahr an
seiner Seite und durch sein Beispiel ermutigt in
Fülle zu leben.

Laß uns, wie er, froh vor deiner Eucharistie verweilen
und dabei erkennen, wie einfach das Wort ist, in dessen
Schule wir gehen und auf welche Weise es uns täglich
unterrichtet; wie zärtlich die Liebe ist, mit der du
die reuigen Sünder aufnimmst; wie tröstend es ist, sich
der seligsten Jungfrau Maria anzuvertrauen.

PAPST BENEDIKT XVI. am 19.06.2009



* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *


MuA

Heilige Maria Muttergottes, Mutter der Priester, bitte für sie.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *


Maria, Mutter der Priester, bitte für sie.
Maria, Mutter der Gnade, bitte für sie.

Herr Jesus Christus, ewiger Hoherpriester,
bewahre Deine Priester im Schutze Deines
Heiligsten Herzens, wo ihnen niemand
schaden kann.

Bewahre ihre gesalbten Hände unbefleckt, die
täglich Deinen heiligen Leib berühren. Bewahre
rein die Lippen, die geheiligt sind von Deinem
kostbaren Blute. Bewahre ihr Herz für Dich, das
gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen Deines
glorreichen Priestertums. Laß sie wachsen in der
Liebe und Treue zu Dir und schütze sie vor der
Ansteckung der Welt.

Gib ihnen mit der Wandlungskraft über Brot und
Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen.
Segne ihr Arbeiten mit reichlicher Frucht und
schenke ihnen dereinst die Krone des ewigen Lebens.
Amen.

HI. Theresia vom Kinde Jesus

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Gib den Priestern den Hl. Geist

Herr Jesus, heute Abend kommen wir zu dir und
flehen dich an: Gib den Priestern jene Kraft von
oben, die du den Aposteln gegeben hast, damit
sie gute Werkzeuge für den Aufbau deines
Reiches werden.
Herr Jesus, schenke den Priestern und
Ordensleuten eine neue Ausgießung deines
Heiligen Geistes!
Heiliger Geist, komm und schenke ihnen eine
neue Freude am Gebet, neue Freude für das
Auskosten deines göttlichen Wortes!
Komm, Heiliger Geist und schenke ihnen alle
Charismen, die sie für ihren Dienst benötigen. Gib
mehreren von ihnen die Gabe der Heilung, damit
die Kranken zur Ehre Gottes geheilt werden.

Gib ihnen die Gabe der Unterscheidung der
Geister, damit sie dein Volk nach deinem Willen
führen können.
Komm, Heiliger Geist, erwecke unter ihnen gute
Evangelisten, die mit deiner Macht das
Evangelium verkünden. Lass die Verkündigung
deines Wortes glaubwürdig sein! Begleite
deshalb ihr Wort, das sie in deinem Namen
verkünden, auch mit Zeichen und Wundern.
Wir bitten auch für jene unter ihnen, die an
Verletzungen physischer und seelischer Art
leiden. Du Herr Jesus, bist die Auferstehung und
das Leben, du bist die Gesundheit für die
Kranken. Du hast gesagt: “Kommt alle zu mir,
die ihr mühselig und beladen seid, kommt alle
zu mir!“ Heute Herr, wollen wir deine Verheißung
ernst nehmen.

Wir bitten dich, heile die im Herzen verwundeten
Priester, Ordensleute und Mitarbeiter im
kirchlichen Dienst. Erfülle sie alle mit deinem
Frieden und deiner Freude, damit sie mit starkem
Glauben ihren Dienst am Reiche Gottes erfüllen
können.
Wir bitten dich, entfache in ihnen das Charisma
der Priesterberufung. Übernimm in der Kraft des
Heiligen Geistes die Führung ihres gesamten
Lebens und mache sie zu lebendigen Zeugen
deiner Gegenwart in der Kirche!
Übernimm schließlich auch die Führung über ihre
Zunge und ihre Sprache, damit sie deine
Herrlichkeit mit Macht verkünden können. Amen.

(+ P. Emiliano Tardif)

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Stärke uns im Glauben

Herr Jesus Christus, du Guter Hirte, der du dein Leben
hingegeben hast, damit alle das Leben haben, gib uns,
deiner gläubigen Gemeinde, die über die ganze Welt
zerstreut ist, die Fülle deines Lebens, und mache uns
fähig, davon Zeugnis zu geben und sie den anderen
weiterzugeben.
Herr Jesus Christus, gib die Fülle deines Lebens allen,
die ihr Leben dir geweiht haben zum Dienst in der
Kirche. Mach sie glücklich in ihrer Hingabe, unermüdlich
in ihrem Dienst, großzügig in ihrer Opferbereitschaft.
Ihr Beispiel öffne andere Herzen, dass sie deinen Ruf
hören und ihm folgen.
Herr Jesus Christus, gib die Fülle deines Lebens den
christlichen Familien, damit sie eifrig seien im Glauben
und im Dienst an der Kirche und so die Entstehung und
Entwicklung neuer geistlicher Berufungen fördern.
Herr Jesus Christus, gib die Fülle deines Lebens allen
Menschen, besonders den jungen Menschen, die du zu
deinem Dienst berufst. Erleuchte sie bei ihrer
Entscheidung, hilf ihnen in ihren Schwierigkeiten,
stärke sie im Glauben und in der Treue, gib ihnen
Bereitschaft und Mut, ihr Leben nach deinem Beispiel
hinzugeben, damit andere das Leben haben. Amen.
(+ Papst Johannes Paul II.)

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Gebet zum 38. Weltgebetstag für geistliche Berufe

Heiliger Vater, immer währender Quell des Seins und der Liebe, der
du im lebendigen Menschen den Glanz deiner Herrlichkeit offenbarst
und der du in sein Herz den Keim deines Rufes legst. Lass nicht zu,
dass irgendjemand durch unsere Nachlässigkeit dieses Geschenk
nicht wahrnimmt oder wieder verliert, sondern dass alle voller
Selbstlosigkeit den Weg gehen können, auf dem deine Liebe
Wirklichkeit wird.
Herr Jesus, der du auf deiner Pilgerschaft auf den Straßen
Palästinas die Apostel erwählt und berufen hast. Du hast ihnen die
Aufgabe anvertraut, das Evangelium zu verkünden, den Gläubigen
gute Hirten zu sein und den Gottesdienst zu feiern. Lass es in deiner
Kirche auch heute nicht an Zahlreichen heiligen Priestern fehlen, die
allen die Erlösungsgaben deines Todes und deiner Auferstehung
bringen.
Heiliger Geist, der du die Kirche durch die ständige Ausgießung
deiner Gaben heiligst: schenke den Herzen der zum Ordensleben
Berufenen eine feste und innige Leidenschaft für dein Reich, damit
sie ihr Leben mit einem selbstlosen und unbedingten Ja in den Dienst
des Evangeliums stellen.
Heiligste Jungfrau, die du dich selbst ohne Zögern dem Allmächtigen
für die Verwirklichung seines Heilsplans zur Verfügung gestellt hast.
Lass die Herzen der jungen Menschen Vertrauen fassen, damit es
immer eifrige Hirten gebe, die das christliche Volk auf dem Weg des
Lebens führen, und gottgeweihte Seelen, die in Keuschheit, Armut
und Gehorsam Zeugnis geben für die befreiende Gegenwart deines
auferstandenen Sohnes. Amen.
(+ Papst Joh. Paul II)

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Menschenfischer

Jesus, göttlicher Hirt, du hast die Apostel berufen und zu
Menschenfischern gemacht. Rufe auch heute junge
Menschen in deine Nachfolge und deinen Dienst. Du
lebst ja, um immer für uns da zu sein. Dein Opfer wird
auf unseren Altären Gegenwart, weil alle Menschen an
der Erlösung teilhaben sollen. Lass alle, die du berufen
hast, diesen deinen Willen erkennen und sich zu Eigen
machen. Öffne ihnen den Blick für die ganze Welt, für
die stumme Bitte so vieler um das Licht der Wahrheit
und die Wärme echter Liebe. Lass sie getreu ihrer
Berufung am Aufbau deines geheimnisvollen Leibes
mitarbeiten und so deine Sendung fortsetzen. Mach sie
zum Salz der Erde und zum Licht der Welt.
Gib, Herr, dass auch viele Frauen und Mädchen ebenso
entschlossen dem Ruf deiner Liebe folgen. Wecke in
ihren Herzen das Verlangen, vollkommen nach dem
Geist des Evangeliums zu leben und sich selbstlos
hinzugeben im Dienst an der Kirche. Lass sie bereit sein
für alle Menschen, die ihrer helfenden Hand und ihrer
barmherzigen Liebe bedürfen. Amen.
(Papst Paul VI.)

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Gebet um geistliche Berufe

O Vater, laß unter den Christen viele und
heilige Berufungen zum Priestertum entstehen,
die den Glauben am Leben erhalten und die
dankbare Erinnerung an deinen Sohn Jesus
bewahren, durch die Verkündigung seines
Wortes und die Verwaltung der Sakramente,
durch die du deine Gläubigen ständig erneuerst.

Schenke uns heilige Diener deines Altars,
die aufmerksame und eifrige Bewahrer der
Eucharistie seien, des Sakraments der
höchsten Gabe Christi für die Erlösung der
Welt. Rufe Diener deiner Barmherzigkeit,
die durch das Sakrament der Versöhnung die
Freude deiner Vergebung verbreiten.

O Vater, laß die Kirche mit Freuden die
zahlreichen Inspirationen des Geistes deines
Sohnes aufnehmen und laß sie – deiner Lehre
fügsam – Sorge tragen für die Berufungen
zum priesterlichen Dienst und zum geweihten
Leben. Unterstütze die Bischöfe, die Priester,
die Diakone, die Menschen des geweihten Lebens
und alle in Christus Getauften, damit sie treu
ihre Sendung erfüllen im Dienst des Evangeliums.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Maria, Königin der Apostel, bitte für uns!

(Papst Benedikt XVI.)

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Lichtreicher Rosenkranz

Jesus, der von Johannes getauft worden ist!
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat!
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat!
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist!
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat!

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Rosenkranz um geistliche Berufungen

Jesus, der die Jünger zu sich ruft
Jesus, der sie mit seiner Liebe ansteckt
Jesus, der sie zu den Menschen sendet
Jesus, der ihnen Macht gibt, Menschen zu heilen
Jesus, der sie beauftragt, den Glauben zu verkünden

Posted in Gebete, Priesterjahr 09/10 | Verschlagwortet mit: , , , , | 1 Comment »